

Die Welt ist im Ungleichgewicht - ökonomisch, ökologisch und sozial. ein sozialer Wandel bedeutet auch eine Transformation des Raumes und setzt angesichts des Klimawandels und der Verknappung der Ressourcen auf neue Wege der Energieverorgung, nachhaltiger Architektur und Verkehrswege. Zwar könne Architektur und Städtebau die Welt nicht retten, doch sind die Möglichkeiten des Entwerfens und räumlichen Intervenierens noch lange nicht erschöpft. Uns interessiert das, was über den neuesten Stand der Technik hinaus geht: neue Konzepte, Denkweisen, Strategien, die - Schritt für Schritt - Verhaltensweisen und Lebensvorstellungen erneuern.
Eine Spielzeit lang möchten wir uns auf eine thematische Reise durch die Stadt begeben und mit Beteiligten Ideen, Projekte, Visionen und Utopien sammeln. Es geht darum, wie Göttingen in Zukunft aussehen könnte und wie wir neue soziale Räume schaffen oder wiederbeleben. Dies könnte beispielsweise Diskussionen über die kulturelle Umnutzung von leer stehende Räumen sein, über Gemeinschaftsgärten auf öffentlichen Plätzen, über visionäre Wohnheime für Studierende oder Überlegungen zur Gestaltung mobiler Arbeitsräume. Doch parallel zu dem theoretischen Austausch über Möglichkeiten und Chancen präsentieren wir von Oktober 2009 bis Juni 2010 ein Veranstaltungsprogramm, das sich in Inszenierungen, Lesungen, Hörspielen und Touren durch die Stadt mit dem Thema beschäftigt.
Im Mittelpunkt dieser Suche steht ein bewegliches Raumobjekt: ein temporärer, mobilder Veranstaltungs- und Arbeitsraum, gebaut aus einem LKW-Anhänger, der variabel umfunktioniert werden kann: zum Arbeitsraum, zum Zuschauerraum, zur Bühne, zu einem kleinen Veranstaltungsort. Dieser LKW-Anhänger findet in den acht Monaten unterschiedliche Stellplätze und bewegt sich für jede Veranstaltung an einen anderen Ort im Stadtraum. Vom Theater aus geht die Reise Richtung Uni-Campus, Innenstadt, ins Ostviertel, auf Schulhöfe und später nach Grone.
Neben Workshops in verschiedenen Schulen, einem Tauschpalast für Einrichtungsmöbel und -ideen in Grone, Bürgerforen mit Spezialisten, Lesungen für Kinder, Stadtteilporträts und einer LKW-Bar finden die folgenden Projekte im Rahmen von STADT IN ZUKUNFT statt.
Infos und News unter www.stadt-in-zukunft.blogspot.com
Gefördert im Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes, durch die Stiftung Niedersachsen, die Göttinger Kulturstiftung und ZUFALL logistics group.