HOMEZONE - Eine Akademie der Dilettanten

Premiere 2. Oktober 2009
In Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen

Hochmoderne Forschungseinrichtungen, Subkultur, altehrwürdige Institute und neue Elitestudiengänge liegen in Göttingen nah beieinander und schaffen der Studentenstadt in der aktuellen Bildungsdebatte einen klaren Standortvorteil. Doch was heißt eigentlich Elite? Wie verändert sich der Bildungsbegriff? Und was bedeutet es heute, als Studierender zu leben?
Die Schauspieler Karl Miller und Anja Schreiber gründen die Akademie der Dilettanten, um sich des Forschungsgegenstands „Student“ anzunehmen. Mit unzensierter Neugier und unermüdlichem Forschergeist stürzen sie sich in das Lebensumfeld der Göttinger Studierenden und ergründen in intensiven Feld- und Selbstversuchen den archetypischen Vorgang des Lernens. Ob sie sich dem Erlernen einer Fremdsprache oder eines Instruments widmen, die Unibibliothek oder das Autonomicum erkunden, Mediziner oder Kulturanthropologen befragen – immer steht auch die Frage nach dem Blickwinkel des Forschers selber im Raum. Ihre Ergebnisse präsentieren die beiden in einer Lecture Performance direkt an Ort und Stelle der ehemaligen Pathologie der Göttinger Universität.

Inszenierung, Recherche, Ausstattung Katja Fillmann Ton, Video, Animation Steffen Dost Produktionsleitung Lisa Trümner; mit Karl Miller, Anja Schreiber


ANDREA - Ein Grundriss aus Göttingen (UA)

Premiere 28. Januar 2009, Mobile Bühne / Johanniskirchhof

Ein Hörspiel in Kooperation mit pepperworth-produktionen

Ein Mensch aus Göttingen, der weder berühmt ist noch einen offensichtlich außerordentlichen Lebenslauf vorweisen kann, wird ins Zentrum einer akustischen und auch dreidimensionalen Suchbewegung gestellt: Es entsteht eine begehbare Biografie aus einer Collage aus O-Tönen und Interviews und einem sich an der Person entlang hangelnden fiktionalen Text. So wird es möglich sein, sich in einer Nachbildung der Wohnung des ausgesuchten Bürgers aufzuhalten und dessen Leben nachzuspüren, zu lauschen, Fetische seines Alltags zu ertasten - bis man das Gefühl hat, bei einem Prominenten durchs Schlüsselloch zu blicken.

Idee, Konzeption und Text Nicola Bongard Aufnahmeleitung, Sounds, Musik, Schnitt und Montage Jan Exner Video und technische Einrichtung Alexander Tripitsis Sprecher Andrea Strube, Gerd Zinck


UNTER DEM PFLASTER LIEGT DER STRAND
Dramatische Betrachtungen im Stadtviertel

November 2009, Februar & März 2010

Dreimal entsenden wir für jeweils zwei Wochen eine/n Theaterautor oder -autorin in einen Stadtteil, um sich in dem dort auf einem Parkplatz aufgebauten LKW-Anhänger einen Arbeitsraum einzurichten. Der Auftrag an die Autoren ist die Annäherung an die Bevölkerung und die Orte des Stadtteils, um deren Spezifika herauszufinden. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Wohngegend, -raum und Biographie? In Gesprächen, Konfrontationen und leisen Beobachtungen werden sie zum Spion, der aus dem Anhänger herauslinst oder sich inkognito um die Häuser bewegt. Die so entstandenen Texte werden vor Ort szenisch eingerichtet und der LKW-Anhänger wird vorüberfahrend zur Theaterbühne im Stadtviertel.

Autoren Antje Thoms, Nino Haratischwili, Paul Brodowsky


(Monologe für)
ZUHAUSE

Premiere Mai 2010

Eine Koproduktion mit Theater M21 aus Göttingen/Hildesheim

Für diese theatrale Suchbewegung nistet sich der LKW im Ostviertel ein und sucht dort geeignete Kulissen für die Aufführungen. Thema dieser Inszenierung sind alternative Lebensformen und hoch individualisierte Lebensläufe. Eine Art Wohngemeinschaft für lernbegierige Freaks und literarische ostdeutsche Figuren nistet sich im Stadtteil ein und sucht Antworten: Was gibt ein Mieter preis, der sein Haus als Kulisse zur Verfügung stellt? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Wohnkultur und Verwöhnung? Wohnen wir noch oder leben wir schon? Wie leben wir morgen, wenn wir Untermieter in unsere Villa einziehen lassen müssen? Wie lebt es sich in Russland, in Leipzig, in Göttingen-Ost, wenn man allein ist?

Inszenierung Joachim von Burchard Bühne/Kostüme Jeannine Simon Dramaturgie Nicola Bongard
Mit Imme Beccard, Martina Hesse, Susanne Martin, Johannes Nehlsen

Gefördert im Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes, durch die Stiftung Niedersachsen, die Göttinger Kulturstiftung und ZUFALL logistics group.