

von Holger Schober
Seit acht Jahren hat sich H. in sein Zimmer eingeschlossen und verweigert sich konsequent der Gesellschaft, die außerhalb dieser wenigen Quadratmeter liegt. Mit der Außenwelt tritt er nur noch über Chatrooms im Internet in Kontakt. Mutter und Schwester stehen hilflos daneben. Hin- und her gerissen zwischen Apathie, Überdruss und Schuldgefühlen gelingt es ihnen nicht, in H.s Einsamkeit vorzudringen. Als sich die Schwester im Chat unter einem Pseudonym in sein Leben schleicht, scheint seine fest gefügte Abwehrhaltung etwas zu bröckeln – doch führt diese vorsichtige Kontaktaufnahme in die Katastrophe ...
„Hikikomori“, wie dieses Phänomen der Gesellschaftsverweigerung bezeichnet wird, betrifft in Japan bereits über eine Million Jugendliche. Das Stück versucht eine ebenso nachdenkliche wie tragikomische Auseinandersetzung mit der Lebensrealität Jugendlicher heute, deren rebellische Flucht man als „sozialen Hungerstreik“ bezeichnen könnte.
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