PHÄDRA

von Jean Racine

Phädra, die Frau des athenischen Königs Theseus, leidet, denn sie liebt. Aber nicht ihren Mann, sondern dessen Sohn aus erster Ehe, Hippolytos. Schon lange trägt sie dieses Geheimnis mit sich herum. Alle Versuche, das geliebte Objekt zu vergessen, blieben
ohne Erfolg. Im Gegenteil: Je mehr sie gegen ihre verbotenen Gefühle ankämpfte, desto stärker wurde ihr Verlangen nach dem Stiefsohn. Endlich gelingt es der Amme Önone, Phädra den Grund ihres Leidens zu entlocken. Da trifft plötzlich die Nachricht ein, Theseus sei auf Reisen ums Leben gekommen – und Phädra, in einem Moment des Kontrollverlustes, gesteht Hippolytos ihre rasende Liebe. Der beginnt zu begreifen… und ergreift dann schlagartig die Flucht. Was Phädra nicht weiß: Ihr Stiefsohn ist selbst unglücklich verliebt. Er liebt seine Cousine Arikia, die einem verfeindeten Familienzweig angehört. Phädra, von der kühlen Zurückweisung zutiefst getroffen, schämt sich, hasst sich… und liebt doch noch immer. Da erreicht ein Gerücht Troizene. Es heißt, der tot geglaubte Ehemann sei am Leben und treffe jeden Moment ein. Phädra sieht schwarz. Zerrissen zwischen der Sorge, Hippolytos könne seinem Vater von ihrem Liebesgeständnis erzählen, und Schuldvorwürfen gegen sich selbst, will sie nur noch eines: sterben. Doch das will Önone um jeden Preis verhindern. Fest entschlossen, um das Leben ihrer Herrin zu kämpfen, schmiedet sie einen intriganten Plan, der Phädra von aller Schuld reinwaschen und Hippolytos ans Messer liefern soll…

1677 im Rückgriff auf Euripides’ HIPPOLYTOS und Senecas PHAEDRA entstanden, gilt Jean Racines Liebestragödie als das unbestrittene Meisterwerk der französischen Klassik, das von Simon Werle kongenial ins Deutsche übertragen wurde. Regie führt der von der Fachzeitschrift TANZ zum »Sprachtänzer« gekürte Regisseur Felix Rothenhäusler, der bereits in der Spielzeit 2010/2011 mit den Inszenierungen von DIEBE und DER BESUCH DER ALTEN DAME seinen bemerkenswerten Umgang mit Sprache am DT in Göttingen unter Beweis stellte.

Inszenierung > Felix Rothenhäusler Bühnenbild > Lisa Marie Damm Kostüme > Lea Dietrich Musik > Matthias Krieg Dramaturgie > Anna Gerhards
Loading player...

© Deutsches Theater in Göttingen

Vanessa Czapla, Andrea Strube (Foto Isabel Winarsch) Vanessa Czapla, Sarah Schermuly, Andrea Strube (Foto Isabel Winarsch) Andrea Strube, Paul Wenning, Meinolf Steiner (Foto Isabel Winarsch)
Andrea Strube, Paul Wenning (Foto Isabel Winarsch) Andrea Strube, Paul Wenning, Meinolf Steiner (Foto Isabel Winarsch) Vanessa Czapla, Meinolf Steiner (Foto Isabel Winarsch)
Paul Wenning, Andrea Strube (Foto Isabel Winarsch) Andrea Strube, Meinolf Steiner (Foto Isabel Winarsch) Vanessa Czapla, Andrea Strube, Sarah Schermuly, Meinolf Steiner (Foto Isabel Winarsch)
Andrea Strube, Meinolf Steiner (Foto Isabel Winarsch) Paul Wenning, Meinolf Steiner (Foto Isabel Winarsch) Vanessa Czapla, Anrea Strube, Meinolf Steiner, Sarah Schermuly (Foto Isabel Winarsch)
Bitte klicken Sie auf eines der Bilder, um eine größere Version zu sehen.
THESEUS > Paul Wenning PHÄDRA > Andrea Strube HIPPOLYTOS > Meinolf Steiner ARIKIA > Vanessa Czapla ÖNONE > Anja Schreiber / Sarah Schermuly

"Andrea Strube als Phädra und Meinolf Steiner als Hippolytos gelingt ein feines psychologisches Spiel zwischen Liebe, Angst und Schuld. Sie sind nie ganz voneinander getrennt und gehören dennoch nicht zusammen, sie legen ihre Rollen nicht fest und geben ihnen trotzdem klare Konturen. Paul Wenning beherrscht den zweiten Teil des Abends und legt seinen Theseus sehr vielschichtig an, in der Sprache ebenso wie in seiner sich wandelnden Präsenz."

nachtkritik.de

"Rothenhäusler spielt mit dem Thema Fassung / Fassungslosigkeit, die Tafelrunde ist ein eindrucksvolles Bild für unser gesellschaftliches Zusammenleben, das auf Gefühlsextreme nicht eingerichtet ist und keinen wirklichen Kontakt ermöglicht. (...) Die Hauptdarsteller holen trotz der Reduktion viele Nuancen heraus."

"(...) eindrucksvolle Bilder"

HNA

"Doch kann man sich der Faszination dieser Inszenierung kaum entziehen. Das liegt zum einen am intensiven Spiel vor allem von Andrea Strube in der Titelpartie, die die Seelenzustände Phädras emotional packend darstellt (...). Meinolf Steiner lässt Hippolytos eindrucksvoll agieren zwischen der eigenen eher stummen Liebe zu Arikia und dem verblüfften Staunen über die Gefühle, die ihm die Stiefmutter offenbart."

"Auch wenn Rothenhäusler bisweilen Widerspruch provoziert: Er tut dies auf ziemlich intelligente Weise."

GT

Veranstalter:

Deutsches Theater in Göttingen
Telefon: (05 51) 49 69 -0
Telefax: (05 51) 49 69 -82
Website: http://www.dt-goettingen.de/
AGB