Cantor und Clown - ein komponierter Briefwechsel

Marlene Breuer

von Marlene Breuer

Leslie Malton und Felix von Manteuffel lesen
Korresponzenz von Fanny und Felix Mendelssohn-Bartholdy
Klavier: Petra Woitschläger

Die beiden bekannten Schauspieler (u.a. Burgtheater Wien, Schauspielhaus Hamburg) lesen aus Briefen zwischen Fanny Hensel und Felix Mendelsohn Bartholdy. Zu entdecken gibt es Fanny als erstaunlich kluge und humorvolle Briefschreiberin und nicht zuletzt: die Liebe! Diese symbiotische Liebe zwischen den Geschwistern ist einmalig - und in diesem besonderen Fall leider auch tragisch.

Das ist einer der Abende, an denen man so ziemlich alles großmächtige Haupt- und Staatstheater fahren lassen möchte für solche neunzig Minuten kleiner, feinster Unterhaltung für Herzen und Hirne. Die Schauspielerin Leslie Malton und ihr Kollege Felix von Manteuffel, ein Paar auch im Leben, verwandeln sich in die Paarung Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy und führen einen „komponierten Briefwechsel“ der sich liebenden, doch einander auch mit subtilsten Wortwaffen befehdenden Geschwister aus dem Berliner Bankiershaus Mendelssohn vor.
Ein tolles Duett, das sich zum Terzett auswächst, wenn die Pianistin Petra Woitschläger am Flügel zwischen den beiden Protagonisten immer wieder Kompositionen von Fanny und Felix anspielt, als Leit- und Leidmotive.
Malton und Manteuffel wunderbar minimalistische, mitunter komödiantisch explodierende Gesten. Und statt Pfeilen der Liebe und des Krieges fliegen hier Papiere. Wie die Fetzen und Pointen eines vollen Doppellebens.
Tagesspiegel


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