SOLDATEN - Ein szenisch-musikalischer Einsatzbericht

Eine Kooperation mit der werkgruppe|2 und dem Göttinger Knabenchor

Premiere 24. Juni 2011, Saline Luisenhall

in Kooperation mit der werkgruppe|2 und dem Göttinger Knabenchor

Warum meldet sich jemand freiwillig zum Kriegsdienst? Was machen »unsere« Soldaten täglich in Afghanistan? Wie geht man damit um, wenn man die Bilder aus dem Einsatz nicht mehr los wird? Wie fühlt es sich an, nach einem Auslandseinsatz in eine Gesellschaft zurück zu kommen, für die man sein Leben riskiert hat, die sich dafür jedoch eigentlich nicht interessiert?


Auf der Basis von Interviews mit aktiven und ehemaligen Soldaten der Bundeswehr haben die Regisseurin Julia Roesler, Co-Autorin Isabelle Stolzenburg und DT-Dramaturgin Anna Gerhards ein szenischmusikalisches Kaleidoskop entworfen, in dessen Mittelpunkt die Berichte, Eindrücke und Erlebnisse im Ausland stationierter Soldaten stehen. In einer oft erschütternden Offenheit haben die Soldaten von ihren Auslandseinsätzen im Kosovo und in Bosnien, in Somalia, Afghanistan und dem Irak erzählt, von ihrem Alltag im Einsatz, vom Kontakt zur daheimgebliebenen Familie und der Bedeutung von kameradschaftlichem Zusammenhalt. Sie haben von Anschlägen berichtet, vom Umgang mit dem Töten und oft auch davon, wie ihr Leben nach traumatischen Erlebnissen aus den Fugen geraten ist.


Die Saline Luisenhall (Greitweg 48, 37081 Göttingen) ist ein Spielort mit außergewöhnlicher Atmosphäre. Im alten Magazin der einzigen noch aktiven Pfannensaline Europas schaffen die Schauspieler eine künstlerische Übersetzung der Erfahrungsberichte und fragen, was es heißt, heute Soldat zu sein.


ein Kooperation von





Premiere: 24. Juni 2011

Inszenierung > Julia Roesler Bühnenbild > Nicola Antonia Schmid Kostüme > Julia Schiller Musikalische Leitung > Insa Rudolph Dramaturgie > Anna Gerhards
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© Deutsches Theater in Göttingen

Martin Schnippa (Foto Isabel Winarsch) Leif Scheele (Foto Isabel Winarsch) Leif Scheele, Nikolaus Kühn, Andreas Jeßing (Foto Isabel Winarsch)
Nikolaus Kühn (Foto Isabel Winarsch) Karl Miller (Foto Isabel Winarsch) Andreas Jeßing (Foto Isabel Winarsch)
Nikolaus Kühn, Leif Scheele, Andreas Jeßing (Foto Isabel Winarsch)
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stueckzettel-soldaten.pdf
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"Aus vielen Stunden Interviewmaterial haben die Dramaturgen ein Stück konstruiert, das durch seine Offenheit beeindruckt. (…) Das Stück zeigt uns, was Krieg aus den Menschen macht und es fordert uns als Gesellschaft auf, Stellung zu beziehen."

zdf.kultur

"Zwischen zehntausenden leeren Patronenhülsen deklamieren die Schauspieler ihre Texte. Mehr Bühnenbild braucht es nicht im alten Speicher der Saline Luisenhall, in der die Aufführung stattfindet. Die Stimmung ist fast gespenstisch ruhig und nachdenklich. Was ist aus den Männern geworden, die dieses Land in den Krieg geschickt hat?"

"Der Regisseurin ist etwas sehr schwieriges gelungen – die Stimmungen der Männer im Einsatz, ihre Ängste und ihre Wut schonungslos und glaubhaft zu schildern, sie quasi distanzlos zur Schau zu stellen und doch gleichzeitig distanziert genug zu bleiben. (..) Das Stück wirft die richtigen Fragen nach dem Sinn und den Folgen der Auslandseinsätze auf."

"Ein einzigartiges Stimmungsbild"

Deutsche Welle

"In Göttingen haben eine Regisseurin und zwei Dramaturginnen aus Interviewmaterial ehemaliger deutscher Soldaten im Ausland ein Stück gemacht. (…)"

"Nicht anklagend, nicht effekthascherisch, nicht mit äußerlicher Beeindruckungsgestik wird all dies vorgestellt, sondern in einem ruhigen szenischen Nachdenken."

"Die offenen, selbstkritischen und oft kritisch gegenüber der Politik formulierten Berichte der Soldaten zeigen eindrücklich wieder einmal das Selbstverständliche: Krieg und Soldatentum sind tödlich, körperlich wie emotional. (…) Ein beunruhigend ruhiger, konzentrierter Abend."

Deutschlandfunk

"Die in Göttingen bereits mit einem Projekt über das nahe gelegene Grenzdurchgangslager Friedland nachhaltig aufgefallene Regisseurin Julia Roesler hat … einen ebenso eindrucksvollen wie beunruhigenden, in mancherlei Hinsicht schwer erträglichen Theaterabend geformt – in grandiosem Ambiente. (…)"

"Die Göttinger "Soldaten" sind ja nur so krank wie die Gesellschaft, die sich ihrer bedient, um eine politisch strittige Rolle zu spielen im Gefüge der globalisierten Welt; sie sind arme Schweine, und manchmal sind sie selbst schuld daran."

nachtkritik.de

"Karg ist das Bühnenbild (Nicola Antonia Schmid), dezent, aber wirkungsvoll die Musik (Insa Rudolph), was den starken Texten umso mehr Wirkung verleiht. Und das sind keine Texte, die sich jemand ausgedacht hat, das sind reale Erlebnisse, Berichte aus einer bedrückenden Wirklichkeit, in der ein Fehler ein Menschenleben kosten kann."

"Ein starkes Stück, dem man viele Zuschauer wünscht"

HNA

"Ganz ohne dramatische Handlung gelingt es fünf überragenden Schauspielern, das Publikum zu fesseln."

"Über Kriege wird im medialen Diskurs gesprochen, die Perspektive derer, die den Einsatz durchführen, kennt die Öffentlichkeit wenig. Darum ist die Arbeit des Teams um Regisseurin Roesler nicht nur künstlerisch bemerkenswert, sie leistet auch gesellschaftspolitisch einen herausragenden Beitrag. Eine Minute lang herrschte nach der Aufführung völlige Stille, am Ende erhoben sich fast alle zum Applaus."

Göttinger Tageblatt