

nach dem Roman von Irma Krauß
So, nun lauf.
Ein achtzehnjähriges Mädchen und ein alter Mann. Ein steinerner Turm inmitten einer deutschen Kleinstadt. Mehr braucht es nicht für diesen dramatisch-poetischen Roman, für eine Geschichte aus der Gegenwart, eine Erinnerung an die Vergangenheit. Da ist das Mädchen Veronika, das von seinem Freund Matti auf dem Weg nach Italien verlassen wurde und das auf den Turm steigt mit der Absicht, sich umzubringen. Als der Türmer sie davon abhält, hat er nicht nur ein Leben gerettet, er hat sein eigenes aufs Spiel gesetzt. Wo er bisher in Einsamkeit und Ruhe lebte, muss er nun eine zweite Tasse auf den Tisch stellen. Doch mitten in ihre unfreiwillige Zweisamkeit aus verlorener Liebe und gestörter Ruhe schiebt sich die Geschichte eines kleinen Jungen, der sich vor 60 Jahren im Turm versteckt hatte, eines jüdischen Kindes, das der Deportation entkommen war.
Und langsam beginnt der Türmer zu erzählen, von der Wannseekonferenz, von Menschen wie Himmler, dessen Sätze sich in ihm eingebrannt haben, von den vier Jahren, in denen er den Krieg vom Turm aus erlebt, in denen er wartet ...
Die Autorin Irma Krauß, 1949 geboren, war Lehrerin, bevor sie das Schreiben zu ihrem Beruf machte. Mit ihren psychologisch fein ausgearbeiteten Romanen zählt sie zu den bedeutendsten deutschen Jugendbuchautorinnen der Gegenwart und wurde unter anderem mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnet. DAS WOLKENZIMMER wurde von der Wochenzeitung DIE ZEIT und Radio Bremen mit dem LUCHS ausgezeichnet.
Premiere: 26. Februar 2011
"Dank des reduzierten Bühnenbilds lenkt nichts von der beeindruckenden Bühnenpräsenz aller drei Schauspieler ab. Marie-Thérèse Fontheim entwickelt die Rolle der Veronika von der verletzten, verlassenen von Selbstmitleid zerfressenen Freundin mit enormer Wut, die schließlich umschlägt in das Gefühl für einen Mann un den kleinen Jungen, der dieser mal war. Dominik Bliefert spielt in Kniestrümpfen und kurzen Hosen den zehnjährigen Jascha zäh und kein bisschen weinerlich. Und meisterhaft schließlich Johannes Granzer. Er wechselt mit stoischer Ruhe rührend und väterlich von der Vergangenheit in die Gegenwart. 'Die Umsetzung ist schön geglückt' lobt (Irma) Krauß nach der Aufführung, für die es viel Applaus gab. Das gut 300 Seiten starke Buch (...) ist für die Inszenierung auf die Kernaussage gerafft worden. Krauß hätte es nicht anders gemacht, bekennt sie. Und sie hat sich in Veronika verguckt. Marie-Thérèse Fontheim sei eine frische Schauspielerin. Sie komme dem Mädchen, an das Krauß beim Schreiben gedacht hat sehr nah."