FEST UND BEGRÄBNIS

von Thomas Vinterberg und Mogens Rukov

Ich sage nichts.

»Helge, du hast ja heute Geburtstag…«, setzt der Opa gut gelaunt zur Tischrede an. Sein Sohn Helge wird sechzig Jahre alt, und das soll auf dem Anwesen der Familie gebührend gefeiert werden. Aus diesem Anlass sind auch die inzwischen in alle Winde verstreut lebenden Kinder Christian, Michael und Helene mit ihren jeweiligen Lebens- oder Ehepartnern und dem eigenen Nachwuchs angereist. Wiedersehensfreude, kleinere Zwistigkeiten und die Trauer über den Selbstmord von Christians Zwillingsschwester Linda lassen das Fest in erwarteter Manier beginnen. Doch dann ergreift Christian das Wort und bringt in seiner Tischrede einen ungeheuerlichen Vorwurf zur Sprache, der das Zeug hat, die Familie in ihren Grundfesten zu erschüttern. So schwer wiegt der Vorwurf, dass den übrigen Familienmitgliedern für einen Augenblick der Atem stockt – um dann umso fröhlicher weiter zu feiern. Doch Christian will sich noch nicht geschlagen geben und setzt erneut zur Rede an…

Jahre später trifft sich die Familie abermals auf ihrem Anwesen, diesmal zu Helges Beerdigung. Tischreden, so Mutter und Witwe Else, seien diesmal untersagt – zu schwer wiegen die Erinnerungen an die Ereignisse auf dem vorherigen Familienfest. Und dennoch bricht auf einmal die Vergangenheit mit brachialer Gewalt über die Familie herein. Auf erschütternde Weise setzt sich, was fast überwunden schien, fort. Die Familie droht auseinanderzubrechen.

Zehn Jahre nachdem die Bühnenversion des berühmten dänischen Dogma-Films DAS FEST landauf landab Erfolge feierte, haben Vinterberg und Rukov mit DAS BEGRÄBNIS eine Fortsetzung ihrer großen Familiengeschichte geschrieben. 2010 am Wiener Burgtheater von Vinterberg selbst uraufgeführt, schreibt DAS BEGRÄBNIS ebenso konsequent wie erschütternd die Geschehnisse des Familienfestes bis zum Äußersten fort.


Premiere: 15. Oktober 2011

Inszenierung > Matthias Kaschig Ausstattung > Mascha Mazur Musik > Tobias Vethake Dramaturgie > Anna Gerhards
Loading player...

© Deutsches Theater in Göttingen

Bitte klicken Sie auf eines der Bilder, um eine größere Version zu sehen.
FEST UND BEGRÄBNIS
FEST UND BEGRÄBNIS
HELGE HANSEN > Paul Wenning ELSE KLINGENFELDT-HANSEN > Angelika Fornell CHRISTIAN, älterer Sohn > Meinolf Steiner HELENE, Tochter > Andrea Strube MICHAEL, jüngerer Sohn > Andreas Jeßing METTE, Michaels Frau > Gaby Dey SOPHIE, Michaels Freundin > Vanessa Czapla GROSSVATER, väterlicherseits > Gerd Peiser GBATOKAI, Helenes Geliebter > Daniel Schröder PIA, Dienstmädchen, später Christians Frau > Paula Hans HELMUT, Toastmaster, Mitarbeiter von Helge > Ronny Thalmeyer HENNING, Michaels Sohn > Lars Ahlborn / Nicolas Zimmer

"Mit schnellen Szenenwechseln, hoher schauspielerischer Ensembleleistung und in dramaturgisch gelungener Verknappung entfaltet sich das Familienfest (…). Ein beklemmender, beeindruckend guter Abend."

HNA

"(…) umjubelte Premiere (…)Was die Schauspieler hier leisten – vor allem Steiner, aber auch Jeßing, Strube, Fornell, in der zweiten Hälfte dann Paula Hans – ist erstaunlich. Niemand schont sich oder das Publikum, um ans Licht zu ziehen, was auch in der Gesellschaft noch immer ein Tabuthema ist. (…) Gegensätzliche Spiegel- und Wiederholungsmomente prägen die Verknüpfung der Szenen, auch auf dieser Ebene ist Großes gelungen. Eine mutige Theaterarbeit."

GT