

von Cornelia Funke
Meggie lebt mit ihrem Vater Mo, einem „Bücherarzt“, in einem alten Haus. Da steht eines Nachts ein merkwürdiger Mann vor der Tür. Er warnt Mo vor jemandem namens Capricorn. Bei Nacht und Nebel fliehen die drei, und nach und nach findet Meggie heraus, dass ihr Vater allerlei Geheimnisse vor ihr verbirgt. Wieso hat er sich zum Beispiel immer geweigert, ihr vorzulesen? Und was ist mit Meggies Mutter wirklich geschehen, die vor vielen Jahren verschwand?
TINTENHERZ ist ein Krimi und eine fantastische Geschichte. Vor allem aber ist es ein Buch über das Lesen, über erfundene Figuren und lebendig gewordene Träume, über die Lust, in einer Geschichte zu verschwinden und über den kribbelnden Verlust von Wirklichkeit, den man hin und wieder ganz gut gebrauchen (und überleben!) kann.
Cornelia Funke, Jahrgang 1958, ist eine deutsche Kinderbuchautorin und Illustratorin. Sie ist aber vor allem eines: ein Ereignis im Reich der internationalen Kinderbücher und laut Time Magazine (2005) „die einflussreichste Deutsche der Welt“.
ab 9 Jahren
Premiere: 15. November 2008
Regisseur Joachim von Burchard (...) gibt der Geschichte Zeit, sich zu entwickeln. Er inszeniert sie sehr ruhig, aber vor allem konzentriert und außerordentlich präzise mit viel Verständnis für Spannungsbögen und Tempo. Und er entwickelt gemeinsam mit den Schauspielern sehr genau die Charaktere dieses Krimis.
Meinolf Steiner überzeugt als liebender Vater mit Geheimnis, Anna-Katharina Philippi ist als seine Tochter Meggie in ihrer Jugendlichkeit die ideale Besetzung, weil sie das Mädchensein nicht überdreht. Imme Beccard spielt großartig mit viel Witz und Energie die Bücher liebende Tante Elinor. Florian Eppinger zeigt einen eiskalt berechnenden Bösewicht Basta, Jan Exners Flachnase ist schön tumb. (...) Sie verbreiten gemeinsam mit dem sehr präsenten Lutz Gebhardt als Chefverbrecher Capricorn viel kindgerechte Spannung.
Spaß macht die Inszenierung auch wegen einer vielfältig zu bespielenden, drehbaren Rampe (Bühne: Jeannine Simon), einiger schöner Regieeinfälle und einem überzeugenden Lichtkonzept.
Auch wegen der einfallsreichen Ausstattung (Jeannine Simon) wurde Joachim von Burchards Inszenierung nach dem Jugendroman von Cornelia Funke vom Publikum begeistert aufgenommen. (...) Zwar gehört die Handlung ins Fantasy-Genre, doch sind Charaktere aus unserer Welt eingewoben. Joachim von Burchard hat diese Figuren stark überzeichnet und eine ganze Mannschaft aus skurrilen Typen zusammengestellt.
Was die Autorin Cornelia Funke als Liebeserklärung an das Medium formulierte, transportiert Beccard herrlich spröde: „Bücher sind meine Tintenkinder.“
Jan Exner ist es, der mit Gitarre und Pauke die Musik spielt. Mal spanischer Folklore entlehnt, mal rockig mit Heavy Metal liefert er einen würdigen Soundtrack.