

von Patrick Barlow
Bernhard und Theodor - zwei absolut talentfreie Schauspieler ohne Engagement - haben sich zu einer Zwei-Personen-AG zusammengeschlossen, um eine Abendländische Bühne in Göttingen zu gründen. Großes haben sich die Zwei vorgenommen, denn sie wollen ein mannigfaltiges Repertoire bedeutender Mythen auf die Bühne des Kellers bringen.
Gleich zu Beginn soll es einen ganz großen Stoff zu sehen geben: Die Weihnachtsgeschichte. Voller Einsatzbereitschaft und Improvisationstalent übernehmen sie gleich alle Rollen selbst, egal ob es um die tumben Hirten, die blökenden Schafe oder Maria und Josef geht. Unterstützt werden sie von Frau Timm, einem befreundeten Opernstar, ohne Bühnenpraxis und Gesangstalent. Kein Hindernis kann dem ambitionierten Kunsteifer der Chaosmanager die Show verderben.
DER MESSIAS ist ein rasanter vorweihnachtlicher Spaß mit reichlich britischem Humor, der Weihnachtskult ist.
Premiere: 16. November 2008
Es gibt wohl kaum jemanden in der christlichen Welt, der die Weihnachtsgeschichte nicht kennt. Doch nur wenige haben bislang die Version des Deutschen Theaters in Göttingen gesehen. (...) Eine gute Stunde benötigen sie, um vom ersten zarten Treffen von Maria und Joseph bis zur Geburt des Welterlösers zu kommen – ein Parforceritt mit hoher Gagdichte. (...)
Im Deutschen Theater in Göttingen spielen Philip Hagmann und Roland Bonjour die beiden etwas hilflosen und dennoch so begeisterten Bernhard und Theodor – und sie agieren auf hohem komödiantischen Niveau. (...) Unterstützt werden sie lediglich von Erna Timm. Gaby Dey spielt diese stimmarme Opernsängerin mit einer herzerfrischenden Mischung aus Naivität, Geschäftssinn und Schmerzlosigkeit, dass einem ganz warm wird ums vorweihnachtliche Herz. Und sie bietet in ihrer Sparsamkeit einen Gegenpart zu den Hauptdarstellern, die zwangsläufig unter Dauerstrom stehen und einen Gag nach dem anderen abfeuern. Erstaunlich daran: keine Pointe ist zu billig, um nicht von den Schmierenkomödianten Bernhard und Theodor verbraten zu werden, und sie zünden doch alle.