4+ Wie Ida einen Schatz versteckt und Jakob keinen findet

von Andri Beyeler

Jakob sitzt im Wohnzimmer und blickt in den Garten. Draußen spielen andere Kinder Fußball oder Indianer, aber Jakob möchte weder ein Fußballer noch ein Indianer sein. "Eigentlich möchte ich gerade überhaupt nichts sein – ich würde lieber etwas machen", denkt Jakob und es kommt ihm in den Sinn, heute einen Schatz zu finden. Und Ida sitzt lieber alleine im Gras als sich den anderen Kindern anzuschließen. So beschließt Ida, heute einen Schatz zu verstecken.

Beider Tun ist gleichermaßen "unsinnig", denn Ida hat gar keinen Schatz mitgenommen, sucht nur das geeignete Versteck, und Jakob hat seinen Plan gemacht, ohne zu wissen, ob überhaupt ein Schatz versteckt wurde. Obwohl sie nichts "Vorzeigbares" erlebt, nichts für Erwachsene Einsichtiges getan haben, sind beide, als sie abends im Bett liegen, mit ihrer Zeit total zufrieden.

Inszenierung > Karl-Heinz Ahlers Musikalische Leitung > Jan Exner Dramaturgie > Nicola Bongard Ausstattung > Ilka Kops
Dominik Bliefert, Anna-Katharina Philippi Anna-Katharina Philippi, Dominik Bliefert Dominik Bliefert, Anna-Katharina Philippi
Anna-Katharina Philippi, Dominik Bliefert
Bitte klicken Sie auf eines der Bilder, um eine größere Version zu sehen.
Installieren Sie Flash
um diesen Film zu sehen.

© Deutsches Theater in Göttingen

Stückzettel WIE IDA EINEN SCHATZ VERSTECKT UND JAKOB KEINEN FINDET_Internet.pdf
Stückzettel WIE IDA EINEN SCHATZ VERSTECKT UND JAKOB KEINEN FINDET_Internet.pdf

Ein unaufgeregtes, sehr hintergründiges Stück hat Andri Beyeler aus dem Bilderbuch von Simone Baumann und Barblin Sindelar entwickelt. Regisseur Karl-Heinz Ahlers hat es unterhaltsam fürs Deutsche Theater inszeniert. Philippi ist mit ihren niedlichen Grübchen die perfekte Ida. Sie beschränkt sich aber nicht aufs Niedlichsein. Philippi begeistert auch als blinder, nuschelnder Maulwurf und als amerikanischer Frosch. Bliefert ist als verträumter Jakob ebenso bemerkenswert wie als hibbelige Krähe oder als sprechender Berg.

Das einfache und sehr effektvolle Bühnenbild von Ilka Kops ist allein schon ein Griff in die Schatzkiste: Dutzende braun-grün-matschfarbene Krawatten auf der Wäscheleine sind keine Binder, sondern ein See voller glitschiger Schlingpflanzen. Der weiße Gazevorhang ist keine Gardine, sondern Nebel, und die enziangeblümte Tischdecke mit Pudelmütze ist das bayerische Hochgebirge. Das versetzt Erwachsene mehr ins Staunen als die Kinder - die hätten es wahrscheinlich genau so gemacht.

Göttinger Tageblatt