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DT auf Abwegen

Anlässlich von Thomas Bernhards 80. Geburtstag begibt sich das Deutsche Theater mit der Inszenierung des THEATERMACHERS auf eine waghalsige Tournee durch die Kneipensäle Göttingens und Umgebung. An authentischen Orten können Sie erleben, wie sich der Staatsschauspieler Bruscon vergeblich um eine reibungslose Aufführung seiner Weltkomödie bemüht.

DER THEATERMACHER

von Thomas Bernhard

Premiere 09. April 2011 Gasthaus Bieling, Diemarden

Der berühmte Staatstheaterschauspieler Bruscon macht mit seiner Theatertruppe, die aus ihm, seiner Frau und den beiden Kindern besteht, auf seiner Tournee Station im 280 Seelen-Nest Utzbach. Zur Aufführung soll die von ihm selbstverfasste Weltkomödie DAS RAD DER GESCHICHTE kommen. Ort der Vorstellung ist der Tanzsaal im Gasthof „Schwarzer Hirsch“. Während Bruscon noch vom Erfolg der vorherigen Station schwärmt, steht es in Utzbach nicht gerade zum Besten. Im Saal ist es stickig und feucht, lüften aber unmöglich, denn von draußen weht der bestialische Geruch der örtlichen Schweinemastanstalten herein. Ferner bedroht das unaufhörliche Grunzen der Schweine die Intimität der Vorstellung. Bruscons Darsteller sind ebenfalls nicht in bester Verfassung: Seine Frau Agathe hustet beständig an den wichtigsten Passagen des Textes und Sohn und Tochter erweisen sich als wahre Antitalente. Und dann ist da noch die quälende Ungewissheit, ob der Feuerwehrhauptmann die lebensnotwendige Genehmigung zur Löschung des Notlichts am Schluss der Vorstellung erteilt, denn, so Bruscon: "Wenn es am Ende nicht fünf Minuten absolut finster ist, ist mein Theaterstück vernichtet."


Thomas Bernhard (1931-1989) wäre am 9. Februar 2011 achtzig Jahre alt geworden. Trotz seines zu frühen Todes im Alter von achtundfünfzig Jahren hinterließ der österreichische Autor ein Gesamtwerk, das nach wie vor zu den bedeutendsten schriftstellerischen Leistungen im deutschsprachigen Raum gehört. Bernhard begann nach seinem Studium der Dramaturgie und Schauspielkunst am Mozarteum in Salzburg mit der Veröffentlichung von Lyrikbänden, Erzählungen und Romanen, widmete sich aber ab 1970, das Jahr in dem ihm der Georg-Büchner-Preis verliehen wurde, verstärkt der Dramatik. Insgesamt wurden achtzehn seiner Theaterstücke uraufgeführt.