

von Roland Schimmelpfennig
In Kooperation mit der Theaterakademie Hamburg
In der Küche des winzigen China-Vietnam-Thai-Schnellrestaurants „Der goldene Drache“ leidet ein junger Chinese, „der Kleine“ genannt, an furchtbaren Zahnschmerzen. Da er sich ohne Papiere im Land aufhält, kommt für ihn ein Arztbesuch nicht in Frage. Also greifen die anderen Köche zur Rohrzange und versuchen sich in der Kunst des Zähneziehens. Der Erfolg ist allerdings schrecklich. Der Kleine stirbt an den Folgen und der herausgebrochene Schneidezahn landet durch einen unglücklichen Zufall im Wok, gerät in die Thai-Suppe und schließlich in den Mund einer wenig amüsierten Stewardess, die empört das Restaurant verlässt und den Zahn in den Fluss wirft, in dem auch der tote Chinese, eingewickelt in einen großen Drachenteppich, landet. Der Tote und der Zahn gelangen so zurück nach Hause, leider ohne die Schwester, die zu finden das Ziel der Reise des Chinesen war.
Roland Schimmelpfennig, 1967 in Göttingen geboren, hat dieses Stück angelehnt an die Fabel von der fleißigen Ameise und der lustigen, aber faulen Grille ein poetisches und berührendes Stück geschrieben. Mit minimalen Mitteln – fünf Schauspieler spielen unabhängig von Geschlecht und Alter die Rollen – erzählt er von der Brutalität unserer globalisierten Zeit, in der die Grillen von den Ameisen auf ganze neue Art kolonialisiert werden.
Premiere: 18. Juni 2011
„Das gleichnamige Stück feierte am Sonnabend im ausverkauften Deutschen Theater auf der Seitenbühne „Hinter dem Eisernen“ Premiere. Der wenige Platz, der in diesem Ambiente zur Verfügung stand (Regie: Babett Grube), spiegelt die Enge und Hektik der Imbissküche wunderbar wider; ja, man meinte sogar die unverwechselbaren Gerüche der asiatischen Speisen wahrnehmen zu können.“
„Angelehnt an die Fabel von der fleißigen Ameise und der lustigen, aber faulen Grille ist ein berührendes, mal amüsantes und mal grausames Stück geschrieben worden, welches die nur fünf Schauspieler des DT-Ensembles temporeich in Szene setzen.“
"beeindruckende darstellerische Leistungen (...) herausragende Leistungen erbringen vor allem Gerrit Neuhaus als Großvater, Asiat und Kellnerin (...) und Johanna Diekmeyer als Asiat mit Zahnschmerzen und der verlassene Ehemann."