DIEBE

von Dea Loher

Erwin, Linda, Finn, Thomas, Monika, Rainer, Gaby, Mira, Josef, Ira, Herr und Frau Schmitt - sie alle suchen ihr Glück. Einfach ist das nicht, wenn man wie Herr und Frau Schmitt von einem mysteriösen Tier beobachtet wird, das im Garten umherschleicht, sich nie zeigt, nie schläft, aber überall seine Spuren hinterlässt. Was will das Tier von uns? Es beobachtet uns, wann es ihm passt. Als ob das sein Zaun, sein Loch im Zaun, sein Haus, sein Garten, sein Gras und sein Holunderbusch wäre, ereifern sich die Schmitts. Wir haben überhaupt keine Not, stellt hingegen Monika fest. Und dennoch: Die vom Chef in Aussicht gestellte Beförderung zur Supermarktfilialleiterin wäre eine Anerkennung. Die minderjährige Mira ist schwanger von Josef, dem Bestatter, und steht vor einer Entscheidung. Erwin hat die jammernden "Grauerstaroperierten" in seinem Altersheim satt. Und wo steckt eigentlich sein Sohn Finn?

Nach und nach verweben sich die Geschichten der einzelnen Figuren ineinander, und entfalten ein skurriles Panorama zwischenmenschlicher Kommunikation. Dea Lohers neues Stück erzählt vom Alltag, vom heimlichen Träumen, ihrem Scheitern, aber auch vom Kämpfen und Weitermachen. Felix Rothenhäusler, dessen Regiearbeiten IHIRED A CONTRACT KILLER und ZORN in den vergangenen beiden Spielzeiten am DT zu sehen waren, lotet in seiner Inszenierung das Terrain der Möglicjkeiten und Unmöglichkeiten von Selbstbestimmung und individueller Zufriedenheit aus. Dabei kreiert er auf der Bühne eine außergewöhnliche Atmosphäre, die mit tänzelnder Leichtigkeit und einer guten Portion Humor ein Spiegelbild unserer Zeit zeichnet.

Ein Reigen der Sehnsüchte, in dem es heisst: Weitergehen, viel weiter gehen, die Füße laufen lassen...und weiter geht´s!



Dea Loher hat bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen für ihre Theaterstücke erhalten. U.a. erhielt sie 2008 den Mülheimer Dramatikerpreis für DAS LETZTE FEUER, das in der Spielzeit 2008/2009 in der Regie von Mark Zurmühle auch am DT zu sehen war. Im letzten Jahr wurde sie mit dem Berliner Literaturpreis und dem Marieluise-Fleißer-Preis ausgezeichnet. DIEBE wurde im Januar 2010 als Auftragswerk des Deutschen Theaters Berlin uraufgeführt.

Premiere: 23. Oktober 2010

Inszenierung > Felix Rothenhäusler Musikalische Leitung > Matthias Krieg Dramaturgie > Anna Gerhards Ausstattung > Lea Dietrich
Gerrit Neuhaus, Marie-Isabel Walke Angelika Fornell Katharina Heyer, Gerd Zinck, Paul Wenning (hinten)
Johanna Diekmeyer, Paul Wenning Nikolaus Kühn, Paula Hans Meinolf Steiner, Gaby Dey, Paul Wenning (hinten)
vorn Marie-Isabel Walke, Florian Eppinger, Ensemble Katharina Heyer, Gerd Zinck, Paula Hans, Meinolf Steiner Katharina Heyer
Gaby Dey, Florian Eppinger, Meinolf Steiner Gerd Zinck, Katharina Heyer, Meinolf Steiner, Florian Eppinger, Marie-Isabel Walke,Paul Wenning, Angelika Fornell, Johanna Diekmeyer Paula Hans, Katharina Heyer
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© Deutsches Theater in Göttingen

stueckzettel_diebe.pdf
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Finn Tomason > Nikolaus Kühn Linda Tomason, seine Schwester > Marie-Isabel Walke Erwin Tomason, Vater der beiden > Paul Wenning Thomas Tomason, mit obigen nicht verwandt > Gerd Zinck Monika Tomason, mit obigen nicht verwandt > Katharina Heyer Herr Schmitt > Meinolf Steiner Frau Schmitt > Gaby Dey Josef Erbarmen > Florian Eppinger Mira Halbe > Paula Hans Gabi Nowotny > Johanna Diekmeyer Rainer Machatschek > Gerrit Neuhaus Ira Davidoff > Angelika Fornell

"Das Deutsche Theater in Göttingen zeigt Dea Lohers `Diebe´ in einem bewegungsreichen Zweistundenabend auf leerer Bühne. Für die erst zweite Inszenierung seit der Uraufführung im Januar 2010 in Berlin gab es viel Applaus."

HNA

"Auffällig unaufgeregt ist Regisseur Rothenhäusler mit dem Text umgegangen.(...) Mit viel Gefühl für Timing und dramaturgischen Schwung hat er die Geschichten entwickelt und dabei weitgehend auf Bühne und Requisiten verzichtet. Eine verblüffend tragfähige Entscheidung, hier stehen die Menschen im Zentrum. Dafür braucht Rothenhäusler ein starkes Ensemble, das er mit seiner Arbeit noch stärker gemacht hat. Alle zwölf sind Induviduen mit ihren Eigenheiten, die prächtig miteinander harmonieren.(...)Ein runder, dichter Theaterabend mit Tiefe, viel Witz und großartigen Schauspielern, den das Premierenpublikum begeistert und lang anhaltend beklatschte - schon während der Vorstellung immer wieder mit Szenenapplaus. Das hat es länger nicht gegeben in Göttingen."

Göttinger Tageblatt/Göttingen

"Der halsbrecherische Balance-Akt zwischen Tragik und Komik gelingt dank großer Schauspielkunst und wird vom Publikum mit minutenlangem Schlussapplaus gefeiert. Und den hat diese gelungene Inszenierung absolut verdient."

AUGUSTA Universitätszeitung/Göttingen