

von Friedrich Dürrenmatt
Freuen Sie sich doch!
Wie weit geht eine Gemeinschaft, wenn ihr ein Leben ohne finanzielle Nöte mit einer florierenden Wirtschaft und sozialem Wohlstand in Aussicht gestellt wird? Wenn der Gewinn derart vielversprechend ist, sehr weit – denkt sich die Multimillionärin Claire Zachanassian, als sie nach jahrzehntelanger Abwesenheit in ihr Heimatstädtchen Güllen zurückkehrt. Claire Zachanassian, geborene Klara Wäscher, hat eine alte Rechnung zu begleichen. Der Güllener Alfred Ill, ihr ehemaliger Jugendfreund, hatte seinerzeit die Vaterschaft des gemeinsamen Kindes vor Gericht bestritten und bewirkt, dass Klara entehrt und gedemütigt Güllen verlassen musste. Jetzt will die alte Dame nur noch eines: Vergeltung. Sie macht den Bürgern Güllens ein unmoralisches Angebot: Sie sichert ihnen eine "Spende" in Höhe von einer Milliarde zu, wenn sie im Gegenzug Alfred Ill umbringen ... Güllen wird zu einem Schlachtfeld der gesellschaftlichen Werte, auf dem sich Gewinn- und Verlustrechnungen, Korruption und Gier gegen Moral und Solidarität in Stellung bringen.
Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) hat mit seinem 1956 in Zürich uraufgeführten Stück eine zeitlose Parabel über den Menschen in kapitalistischen Systemen geschaffen. "Der Besuch der alten Dame ist eine Geschichte, die sich irgendwo in Mitteleuropa in einer kleinen Stadt ereignet, geschrieben von einem, der sich von diesen Leuten durchaus nicht distanziert und der nicht so sicher ist, ob er anders handeln würde." (Dürrenmatt)
Premiere: 21. Mai 2011
„Felix Rothenhäusler verpasst den Figuren choreografierte Bewegungen, die das Dilemma, in dem sie sich bald wiederfinden, sichtbar machen. Die Angst, entweder in noch größere Armut zu versinken oder die Forderung der alten Dame erfüllen zu müssen, spiegelt sich eindrucksvoll in mechanischen Wiederholungen von Texten und Gebärden."
"Im Wechsel zwischen Komik und Ernst finden Bürgermeister Paul Wenning, Gerd Zinck als Pfarrer, Alois Reinhardt als Lehrer und Polizist Meinolf Steiner zu großer schauspielerischer Ausdruckskraft."
„Florian Eppinger spielt die innere Wandlung und Läuterung des Alfred Ill bis ins Detail bemerkenswert. Leichtfüßig kommt Andrea Strube als jugendliches Klärchen daher. Auch die kalte und verbitterte Claire nimm man ihr ab.“
„Regisseur Felix Rothenhäusler hat ein beklemmendes Spiel um Geld und Gier, Liebe und Tod inszeniert. Dabei setzt er auf pures Schauspiel für die acht Ensemblemitglieder des DT.“
„Andrea Strube (...) gibt die einst so verliebte und jetzt schwerreiche und rachsüchtige Claire. Starker Widerpart ist Florian Eppinger als Liebhaber in Jugendjahren von Claire. Und um sie herum will eine verarmte Honoratioren-Clique ans Geld: Spannend.“
„Die Diskussion über Gerechtigkeit und die Bereitschaft Schulden zu machen und sich schuldig zu machen verdichtet diese Inszenierung in atemberaubender Form.“
"Eine Inszenierung mit Komik und tollen Schauspielern"
"eine spannende Inszenierung"