Die Troerinnen / Lysistrate

von Euripides / von Aristophanes

So sehen, wenn Krieg ist, Sieger aus.

Ein antikes Doppelprojekt hat am 5. April 08 auf der Großen Bühne Premiere. An einem Abend werden nacheinander zwei Stücke gespielt, die in enger zeitlicher Nähe zueinander - 415 v. Chr. und 411 v. Chr. – entstanden sind und beide um die eine Frage kreisen: Wie lässt sich Krieg in all seinen grausamen und unmenschlichen Dimensionen verhindern?

In dem Trauerspiel DIE TROERINNEN des Euripides stehen die besiegten trojanischen Frauen am Strand und warten auf das Los, das sie unter den griechischen Siegern verteilen wird. Sie blicken auf den Schrecken und die Gewalt zurück, die der Trojanischen Krieg über sie und ihre Familien gebracht hat und in eine ungewisse quälende Zukunft, die noch mehr Unheil zu bringen droht.

Die LYSISTRATE des Aristophanes, ein phantasievolles Lustspiel, sucht durch die Enthaltsamkeit und sexuelle Verweigerung der Frauen, das Begehren der sich im Krieg befindenden Männer in solchem Maße zu steigern, dass es ihnen gelingt diese zum Frieden zu verführen.

Premiere: 5. April 2008

Musikalische Leitung > Hans Kaul Bühnenbild > Monika Rupprecht Kostüme > Amit Epstein
DIE TROERINNEN: Julia Hansen, Sybille Weiser, Ingrid Domann, Katharina Heyer, Katharina Merschel, Sarah Hostettler DIE TROERINNEN: Gaby Dey, Katharina Heyer DIE TROERINNEN: Julia Hansen, Sybille Weiser, Ingrid Domann, Katharina Heyer, Michael von Burg, Katharina Merschel, Sarah Hostettler
LYSISTRATE: Roland Bonjour, Gerd Zinck LYSISTRATE: Daniel Sellier, Roland Bonjour, Sarah Hostettler, Johannes Granzer, Philip Hagmann LYSISTRATE: Karl Miller, Roland Bonjour, Daniel Sellier, Sarah Hostettler, Philip Hagmann
LYSISTRATE: Johannes Granzer, Daniel Sellier, Roland Bonjour, Philip Hagmann, Sarah Hostettler, Karl Miller LYSISTRATE: Jan Pröhl, Ronny Thalmeyer, Michael von Burg, Alois Reinhardt
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Die Troerinnen

Hekabe, Königin von Troja > Ingrid Domann Andromache, Gattin Hektors > Julia Hansen Kassandra, Tochter Hekabes > Sybille Weiser Helena, Königin von Sparta, Gattin des Menelaos > Katharina Heyer Chor der gefangenen trojanischen Frauen > Sarah Hostettler / Katharina Merschel Menelaos, König von Sparta > Gaby Dey Thaltybios, Bote der Griechen > Michael von Burg Poseidon, Gott des Meeres > Alois Reinhardt / Andreas Jeßing / Gerd Zinck / Johannes Granzer / Karl Miller / Philip Hagmann / Daniel Sellier / Roland Bonjour / Jan Pröhl / Ronny Thalmeyer

Lysistrate

Lysistrate > Roland Bonjour Kalonike > Daniel Sellier Myrrhine > Philip Hagmann Lampito, eine Spartanerin / Spartanischer Gesandter > Karl Miller Ismene, junge Athenerin > Sarah Hostettler Stratyllis, alte Chorfrau > Johannes Granzer Ratsherr > Gerd Zinck Kinesias > Andreas Jeßing 1. Scherge / Gesandter / Lustknabe > Alois Reinhardt 2. Scherge / Gesandter / Lustknabe > Michael von Burg Veteran 1 > Jan Pröhl Veteran 2 > Ronny Thalmeyer Musikband KOSTAS > Hans Kaul / Katharina Heyer / Gaby Dey

Stephanie Sewella reiht die Stücke für das Deutsche Theater in Göttingen aneinander. Bei der Premiere am Samstag eröffnete sich ein eindrucksvoller Blick auf die Spannweite des altgriechischen Theaters. (...)

Bei aller komischen Brechung bleibt klar, dass auch im zweiten Stück Menschen sterben. Der Krieg dient als thematische Klammer, behutsam changiert man zwischen Texttreue und sinnvoller Adaption. Regisseurin Sewella gelingt in zwei Stunden ein Spagat, der auf Kernbotschaften reduziert, ohne zu beschneiden. Eine sehenswerte Zusammenschau zweier Stücke, die auch nach 2400 Jahren Zuschauer in den Bann ziehen – mit minutenlangem Beifall als Beweis.

Hessische / Niedersächsische Allgemeine

Regisseurin Stephanie Sewella zeigt die bipolaren Stücke nacheinander und spielt ihre Gegensätze gegeneinander aus. Flach der Bühnenraum bei Euripides, kaum eine Geste zerstört das von Sewella gemeißelte Relief, das die sieben Frauen am Meer bilden. (...)

Ganz Dionysos gewidmet nimmt der Rausch seinen Lauf, auf die Tragödie folgt nun beinahe ein Satyrspiel. Weit und tief ist plötzlich der Bühnenraum, ausladend sind die Gesten und protzig lustvoll schlenkern Affekte durch die Sätze. Der vormaligen Strenge steht eine grelle, leichte, scherzende Buntheit gegenüber, jede Phrase überzeichnet, jede Bewegung eine süße Verführung. (...)

Grausamkeit gegen Leichtigkeit. Die konsequente Gegensätzlichkeit des Doppelprojektes ist ohne Frage eindrücklich und streng konstruiert. (...) Es zeigt sich die ganze Ambivalenz: Zwischen den Polen liegt die Welt.

Göttinger Tageblatt