Die Ehe der Maria Braun

Drehbuch: Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich nach einer Vorlage von Rainer Werner Fassbinder

Ich hab’ dieses Leben geführt für dich. Für uns!

Einen Tag nach der Hochzeit im Jahr 1943 muss Hermann Braun zurück an die Front; seine junge Frau Maria bleibt allein zurück. Nach Kriegsende kehrt Hermann nicht wieder heim. Maria wartet, schlägt sich durch, erhält Nachricht, er sei tot. Sie beginnt in einer Bar zu arbeiten und dort ein Verhältnis mit einem schwarzen GI. Eines Abends steht Hermann vor der Tür. Sie erschlägt den Liebhaber; vor Gericht nimmt ihr Ehemann alle Schuld auf sich und erhält eine mehrjährige Haftstrafe. Maria klinkt sich statt seiner in das allgemeine Streben nach neuem Wohlstand ein und versucht am Wirtschaftswunder teilzuhaben, um für sich und Hermann eine neue Existenz aufzubauen. Als Maria Jahre später eine Zigarette anzündet, sprengt sie sich und ihren Mann mit dem von ihr inzwischen errichteten Haus in die Luft – gerade als das entscheidende Tor fällt: „Deutschland ist Weltmeister!“

DIE EHE DER MARIA BRAUN ist eine skeptische Schilderung der BRD-Gründerjahre – und die Geschichte einer großen Liebe. Inszeniert wird die Bühnenadaption des erfolgreichsten Films von Fassbinder aus dem Jahr 1979 von dem jungen Regisseur Alexander Riemenschneider, der sein Regiestudium an der Theaterakademie Hamburg absolviert und zum ersten Mal in Göttingen im Großen Haus arbeitet.

Premiere: 21. März 2009

Inszenierung > Alexander Riemenschneider Ausstattung > Alexandre Corazzola
Katharina Heyer, Karl Miller, Roland Bonjour, Paul Wenning, Gerd Zinck, Ingrid Domann, Andrea Strube Paul Wenning, Katharina Heyer Paul Wenning, Katharina Heyer, Gerd Zinck, Ingrid Domann, Andrea Strube, Karl Miller, im Hintergrund: Roland Bonjour
Roland Bonjour, Katharina Heyer Katharina Heyer Katharina Heyer, Gerd Zinck
Katharina Heyer, im Hintergrund: Andrea Strube, Ingrid Domann
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Trailer DIE EHE DER MARIA BRAUN

© Deutsches Theater in Göttingen

Stückzettel DIE EHE DER MARIA BRAUN
Stückzettel DIE EHE DER MARIA BRAUN
Maria Braun > Katharina Heyer Hermann Braun > Roland Bonjour Mutter/ Vevi/ Frau Ehmke > Ingrid Domann Betti/ Krankenschwester/ Notarin > Andrea Strube Karl Oswald/ Standesbeamter/ Richter/ Arzt/ Opa Berger/ Träger > Paul Wenning Willi/ Schwarzmarkt-Händler/ Soldat/ Amerikaner im Zug/ Journalist/ Dolmetscher > Karl Miller Bill/ Senkenberg/ Schaffner/ Hans Wetzel/ Anwalt/ Amerikanischer Geschäftsmann > Gerd Zinck

Einen Spielfilm auf die Bühne zu bringen – ist das möglich? Ja, und zwar ganz mit dem Mitteln des Theaters. Das hat Regisseur Alexander Riemenschneider mit seiner intelligenten Inszenierung der DIE EHE DER MARIA BRAUN nach dem Film aus dem Jahr 1979 von Rainer Werner Fassbinder bewiesen. (…) Der Regisseur will nicht reale Vergangenheit zeigen, er will Anstöße geben, Vergangenheit im Inneren des Zuschauers entstehen zu lassen.

Dafür braucht er kaum Hilfsmittel. (…) Maria Braun (anrührend in ihrer distanzierten Stärke, hinter der man dennoch Verletzlichkeit wahrnimmt: Katharina Heyer) versucht, menschliche Verluste mit Mitteln der Ökonomie zu kompensieren. (…) Ein bewegter, ungewöhnlich spannender Theaterabend.

Göttinger Tageblatt

Das Drehbuch von Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich angesichts der präsenten Filmvorlage zu inszenieren, ist mutig. Regisseur Alexander Riemenschneider, Jahrgang 1981, Absolvent der Theaterakademie Hamburg, gelingt es im zweiten Teil fabelhaft. Da findet die Aufführung zu sich selbst – und zu starken, eigenständigen Bildern.

Hessische/ Niedersächsische Allgemeine