

von Samuel Beckett
Wir finden doch immer was, um uns einzureden, dass wir existieren, nicht wahr, Didi?
Ja, ja, wir sind Zauberer.
Irgendwo, irgendwann. Unter einem kahlen Baum warten zwei Männer – Wladimir
und Estragon – auf einen, den sie Godot nennen. Sie wissen nicht, wer er ist, auch
nicht, wann sie mit ihm verabredet sind, welcher Tag es ist und was sie von ihm wollen. Sie wissen nur: Godot ist die Rettung. Sie warten und vertreiben sich die Zeit mit Gespräch, Spiel, Streit und Versöhnung. Dann kommen zwei Männer hinzu: Pozzo, ein Herr, und sein Diener Lucky, der einen Strick um den Hals gebunden hat. Der Tag vergeht, ein neuer bricht an.
WARTEN AUF GODOT handelt von zwei Helden, denen die Welt als Ganzes verloren gegangen ist. Zwei Menschen, die nichts mehr zu tun haben, und weil dem so ist, haben sie auch nichts mehr mit der Welt zu tun. Die Zeit ist stehen geblieben, was fehlt, ist Erinnerung, Geschichte und Zukunft.
Inszeniert wird das noch heute unkonventionelle Stück von Jasper Brandis, der in der Spielzeit 07/08 im Studio Regie bei KING A führte. Brandis arbeitete zuvor u. a. am schauspielhannover, Schauspiel Köln, Bremer Theater, Toneelhuis Antwerpen und Staatstheater Oldenburg.
Premiere: 11. Oktober 2008
Samuel Becketts Drama WARTEN AUF GODOT in der Regie des jungen Regisseurs Jasper Brandis ist kräftig vom Staub befreit worden. Der Theaterklassiker wird in Göttingen zu einem unterhaltsamen neuen Spiel des Wartens. (...)
Paul Wenning als Wladimir und Jan Pröhl als Estragon halten in knapp zwei Stunden mit ungeheurem Spiel- und Körpereinsatz die Balance zwischen Komik und Vereinsamung. (...)
Stürmischer Applaus für einen aufregenden Beckett-Abend.
Mit viel Gespür für Rhythmus und szenische Dramaturgie setzt Regisseur Jasper Brandis auf wenige überraschende Regieeinfälle und vertraut ansonsten seinen Schauspielern.. (...)
Pröhl und Wenning zelebrieren ihre Figuren zwischen Verzweiflung, Wut und Komik, dass es eine Pracht ist. Ein stringenter, kluger und trotz aller Reduktionen glanzvoller Abend.