

nach Johann Wolfgang Goethe
Der rastlose Werther leidet an einer Depression. Sinnleere und Langeweile bestimmen sein Dasein. Erst als er der schönen Lotte begegnet, gewinnt sein Leben an betörender Kraft und Leidenschaft. Werthers Herz steht in Flammen, denn abgrundtief ist seine Liebe zu Lotte. Doch Lottes Herz ist an Albert vergeben. Werther muss erkennen, dass seine Liebe unerfüllt bleiben wird. Für ihre Liebe gibt es keinen lebbaren Raum, einzig in Werthers entfesselter Phantasie. Pausenlos kreisen seine Gedanken um die unerfüllte Liebe zu Lotte. Eifersucht, Verzweiflung, Raserei, Wahn und Begehren treiben die Gefühle zum Siedepunkt. Eine unheilvolle Dreiecksbeziehung entfaltet sich.
Goethe schreibt mit seinem Kultroman DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHERS eine der leidenschaftlichsten und zugleich radikalsten Liebesgeschichten der deutschen Literatur. Werthers unstillbare Sehnsucht nach Unbedingtheit der Liebe und sein Rückzug aus der Welt in die eigene Innerlichkeit führen kompromisslos in den Suizid. Ist nur eine unerfüllte Liebe eine glückliche? Existiert wahre Liebe nur im Selbstbezug? Ist die Wahrhaftigkeit von Liebe in sich selbst begründet?
Aufgepasst!
Das ganze Theater zum Kinopreis!
Schüler und Studenten zahlen für die Vorstellungen von DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER nur 8 Euro.
Infos und Karten unter 0551-49 69 11
Premiere: 25. September 2009
Der Regisseurin Mirja Biehl gelingt mit bühnentechnischen Medienmitteln (Mitarbeit: Joerg Zboralski) die faszinierende Collage eines alten Kultromans. Goethes "Die Leiden des jungen Werther" wird am Deutschen Theater in Göttingen zu einem tragischen Pop-Märchen. Werther wirft sich in die Liebe zu Lotte wie ein Ertrinkender, am Schluss steht der Selbstmord.
Der Computer schreibt die Goethe-Zitate auf die Wand, davor ein Bühnensteg mit sparsamen Requisiten (Ausstattung: Nele Dörschner), auf dem drei junge Schauspieler sich furios ins Heute spielen. Biel hat die Goethe-Texte mit Musik und Texten des Nirvana-Sängers Kurt Cobain verbunden. (...)
Für Werther ist die Welt verloren. Benjamin Berger spielt ihn androgyn und verzweifelt euphorisch. Sybille Weiser als Lotte im pinkfarbenen Tüllrock weiß um die Macht der Begierde. Daneben Daniel Sellier als Albert, seine Wahl-Performance für das Establishment ("Be attractive") ist einer der Höhepunkte eines ganz jungen Theaterabends. Viel Applaus.
Die gut 100-minütige Inszenierung läuft zwar im Großen Haus, doch sie spielt auf dem Bühnenstreifen vor dem Eisernen Vorhang. Den Raum, der hier fehlt, erobert sich das dreiköpfige Ensemble im Laufe der Vorstellung auf dem Rang und im Zuschauerraum und durch überlebensgroße Live-Projektionen(Video und Musik: Joerg Zboralski) auf die metallene Brandschutzwand - sehr effektvoll und unterhaltsam. In seiner ersten großen Rolle spielt Benjamin Berger den Werther sehr körperlich und überzeugend. Daniel Selliers Albert ist kraftvoll auf die Bühne gebracht. (...)
Die Motivation, aus der sensiblen Liebesgeschichte ein manchmal holzschnittartiges, auf jeden Fall aber temporeiches Popspektakel mit überraschenden Einfällen zu inszenieren, ist auch nachvollziehbar vor dem Hintergrund, dass Goethes Werther zum Literaturkanon in Gymnasien gehört. Oberstufenschüler sollen ins Theater gehen und unterhalten werden. Das wird funktionieren, auch weil Zboralski Musik vom Urpunk der Sex Pistols bis hin zu Bob Dylan ausgewählt hat. Und wenn's gut läuft, entdecken die Schüler vielleicht auch die Schönheit in Goethes Sprache.