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Die Nutznießer – »Arisierung« in Göttingen

Von Gesine Schmidt

Unmittelbar nach der Machtübernahme 1933 begannen die Nationalsozialisten mit der Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland. Am Anfang standen Boykott-Aufrufe für Geschäfte mit jüdischen Besitzern, Juden im Öffentlichen Dienst wurden entlassen, Berufsverbote wurden ausgesprochen. Ziel der Aktion war es, durch Existenzvernichtung möglichst viele Juden zu bewegen, Deutschland zu verlassen. Im September 1935 schufen sie dann mit den Nürnberger Gesetzen die Rechtsgrundlage für die Arisierung des Landes. Ziel war die völlige ›Entjudung‹ Deutschlands. Die November-Pogrome 1938 verbreiteten Angst und Schrecken und ab dem 1. Januar 1939 war Juden das Betreiben jeglicher Geschäfte untersagt. Jüdische Vermögen wurden mit hohen Steuern belegt und selbst für den Weg ins rettende Ausland war die ›Reichsfluchtsteuer‹ fällig. Spätestens ab Mitte der 30er Jahre sahen viele Juden nur noch einen Ausweg aus ihrer verzweifelten Lage: die schnelle Emigration. Sie verkauften Immobilien, Betriebe, Geschäfte, aber auch Schmuck und Kunst, um sich den Aufbau einer neuen Existenz zu ermöglichen. Häufig veräußerten sie ihren Besitz weit unter dem realen Wert, denn die Käufer saßen bei den Verhandlungen am längeren Hebel. Ein gewaltiges Geschäft, sowohl für den Nazistaat als auch für viele deutsche Privatleute. Das Deutsche Theater Göttingen hat die Autorin Gesine Schmidt beauftragt, ein Stück über die ›Arisierung‹ in Göttingen zu schreiben.

 

Gesine Schmidt
Nach dem Studium der Komparatistik und Theaterwissenschaft in Bochum war die gebürtige Kölnerin Dramaturgin am Schauspiel Frankfurt, am Badischen Staatstheater Karlsruhe und am Berliner Ensemble. Sie lebt als freie Schriftstellerin in Berlin.

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