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Ephebiphobia - Angst vor Teenagern

Tamsin Oglesby

Probleme können einem über den Kopf wachsen, die eigenen Kinder auch. Die 16-jährige Fran, die von ihrer Mutter El und ihrem Vater Jim immer noch ›Mäuschen‹ genannt wird, macht ihren Eltern das Leben zur Hölle. Trotz des niedlichen Kosenamens finden El und Jim ihre Tochter inzwischen alles andere als süß: ›Mäuschen‹ klaut zu Hause Geld und bedient sich an der Schnapsbar des Vaters und schwänzt notorisch die Schule.

Allerdings hat Fran es mit ihrer Familie auch nicht leicht: Morgens gilt es, sich geschickt aus den Diskussionen mit dem ewig palavernden, prokrastinierenden Freiberuflervater mit Künstlerambitionen zu lösen, um nicht schon wieder den Zug zur Schule zu verpassen. Nachmittags muss man bei den Hausaufgaben gekonnt die dröhnend laute Rockmusik ignorieren, die er als Inspiration zum Zeichnen braucht. Die dubiosen Spartaktiken der um ihren Job bangenden Mutter hinterfragt man am Besten gar nicht erst.

In diesem Licht erscheint Frans Mundraub am väterlichen Wodka, wie der Diebstahl vom elterlichen Konto, mehr Reaktion auf das konsequente Verschweigen der familiären Probleme – den ständigen Alkoholkonsum des Vaters und die finanziellen Sorgen der Mutter – zu sein, als Rebellion. Doch El und Jim sind mit ›Mäuschens‹ Teenager-Verhalten überfordert. Sie haben Angst: Angst, dass ihre Tochter den eigenen und den Ansprüchen der Gesellschaft nicht genügt. Angst, dass sie sich ihre Zukunft verbaut. Um das zu verhindern, stecken sie ›Mäuschen‹ vorsorglich in Therapie. Als sich keine schnellen Erfolge abzeichnen und die Therapeutin zu Familiensitzungen einlädt, sehen El und Jim nur noch eine Lösung. Mit ihrer letzten Entscheidung, wie das Problem in den Griff zu bekommen sei, offenbart sich nicht nur die totale Kapitulation vor den elterlichen Pflichten, sondern auch eine komplexe Selbstverleugnung.

Tamsin Oglesby nimmt sich in »Ephebiphobia (Angst vor Teenagern)« satirisch überhöht der (Versagens-) Angst moderner Eltern an. Schonungslos karikiert sie eine zeittypische Tendenz, familiäre Konflikte durch die Therapie der Symptome lösen zu wollen, anstatt sich den eigenen emotionalen Unzulänglichkeiten tatsächlich zu stellen und nach der Wurzel des Problems zu suchen.

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