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Familiengeschäfte

Von Alan Ayckbourn

Wir leben in einem Land, in dem alles mit rechten Dingen zugeht, die Menschen aufrecht und ehrlich sind und der Alltag sich in juristisch unbedenklichen Bahnen bewegt. Ein bisschen Schummeln bei der Steuererklärung, klar, das macht jeder, ist ja nur ein Kavaliersdelikt. Warum sollte man auch die Chance nicht nutzen, dass das Finanzamt mit der Bearbeitung all der Selbstanzeigen wegen Schwarzgeldes im Ausland so überlastet ist. Die Staatsanwaltschaft kann sich auch nicht um jede Kleinigkeit kümmern. Sie ist vollauf damit beschäftigt, zu klären, wie die Banken mit Cum-Ex dem Staat Milliarden an Steuereinnahmen ersparten. Die Deals lagen juristisch vielleicht im Grenzbereich, aber kriminell? Schließlich folgen die Unternehmens-Leitbilder der Geldhäuser ebenso strengen ethischen Prinzipien wie die der Autoindustrie, der die Sache mit den Abgas-Werten halt passiert ist. Betrügerische Absicht sollte man da besser nicht unterstellen, nicht einem ehrenwerten Autobauer. Andererseits: Die Zeiten und der Markt sind hart, da ist es nicht einfach, den selbst gesetzten moralischen Ansprüchen zu genügen, wenn man selbst nicht zu kurz kommen will. Diese Erfahrung macht auch Jack McCracken, der vom Schwiegervater die Leitung eines mittelständischen Familienunternehmens übernehmen soll, mit der erklärten Absicht, dieses ehrlich, fair und transparent zu führen. Dass Töchterlein Samantha gerade beim Ladendiebstahl erwischt wurde, kommt da irgendwie ungelegen. Und dass Jack auf Drängen seiner Familie einem Bestechungsversuch des Ladendetektivs nachgibt, ist erst der Beginn einer aberwitzigen Ermittlungsspirale, an deren Ende das Familienunternehmen als Hort dubioser Geschäfte entlarvt wird, an denen alle Familienmitglieder beteiligt sind.

 

Alan Ayckbourn
Alan Ayckbourn ist wohl der erfolgreichste und produktivste zeitgenössische Dramatiker Englands. Er hat 80 abendfüllende Stücke, dazu Drehbücher, Revuen und Hörspiele geschrieben. Er gilt als Meister der Farce, in der er gerne mit beißendem Dialog-Witz und absurder Situationskomik der bürgerlichen Gesellschaft den Spiegel vorhält.

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