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Homo Empathicus

Rebekka Kricheldorf

Man stelle sich vor: Eine Gesellschaft, in der alle Forderungen nach Gleichbehandlung durchgesetzt, alle ausbeuterischen Abhängigkeitsverhältnisse abgeschafft, alle Reparationswünsche sämtlicher Opfergruppen anerkannt und die Sprache von allen herabsetzenden Rückständen bereinigt wurde. In der sich die Menschen mit Respekt und Wärme begegnen. In der das Miteinander regiert und das Verständnis für das Gegenüber über das Einzelinteresse gestellt wird. Ein Paradies der psychischen Gesundheit, eine Oase der gegenseitigen Wertschätzung. Konfliktfreie Kommunikation löst leichte Dissonanzen schnell in Wohlgefallen auf. Die wohlwollende Anerkennung des Anderen in all seiner Andersartigkeit stellt eine Gleichheit her, die dunkle Selbstbilder und persönliche Frustrationen gar nicht erst aufkommen lässt. Hier geht es nicht um Gewinnmaximierung, sondern um Bruttonationalglück. Hier werden eventuellen Hierarchiebildungen in Firmen frühzeitig mit den Gemeinsinn fördernden Kooperationsspielen entgegen gewirkt. Hier leidet der Mensch nicht, sondern spürt maximal eine kleine innere Unausgeglichenheit, die er sich von kundigen Ärzten wegsprechen lassen kann. Hier sind Kunst und Musik ein Lobgesang der Lebensbejahung. Hier widerlegt die Wissenschaft das Menschenbild des egoistischen, triebgesteuerten Einzelkämpfers zugunsten der Idee eines sozialen Wesens, das qua Veranlagung kooperativ, sozial und gerecht ist und von Empathie gelenkt wird. Denn es könnte ja möglich sein, dass alle anderen Charakterzüge, die wir als primäre Triebe angesehen haben – Aggressivität, Gewalttätigkeit, Egoismus und Habgier – sekundäre Triebe sind, die ihren Ursprung in der Unterdrückung unseres elementarsten Wesenszuges haben …

Über folgenden Link ist das Textbuch herunterzuladen:  www.textbuehne.eu

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