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Judith

Eine Tragödie in fünf Akten von Friedrich Hebbel

Da stehen sich zwei Gegenüber, die an Stärke und Exzentrik nicht zu überbieten sind: Holofernes, Feldherr Nebukadnezars, der ewige Sieger sowohl auf dem Schlachtfeld als auch in der Liebe. Und Judith, die schöne jungfräuliche Witwe. Er ist gekommen, um die Juden zu unterwerfen. Sie ist bereit, sich ihm hinzugeben, um ihr Volk zu retten. Beide befinden sich in der festen Gewissheit, dass sie in Übereinstimmung mit ihrer jeweiligen Religion handeln. Nach vollzogener Liebesnacht schlägt Judith Holofernes den Kopf ab. Das jüdische Volk feiert sie dafür als Heldin. Sie aber erkennt, dass sie nicht aus politischen, sondern aus höchst egoistischen Gründen getötet hat. Nach den Gesetzen ihrer Religion ist sie zur Mörderin geworden. Hebbel leuchtet die Abgründe zwischen Religion und dem Unbewussten aus. Judiths Konflikt entsteht in dem Augenblick, in dem sie der Anziehung des Holofernes erliegt und sich dem Glück der Liebesnacht hingibt. Sie handelt nicht mehr in ›höherem Auftrag‹, sondern tötet Holofernes in dem Moment, in dem sie realisiert, dass sie ihren Gott durch einen höchst attraktiven Übermenschen ersetzt hat. Holofernes ist letztlich Opfer ihres Triebes geworden.

 

Friedrich Hebbel
Die Dramen des Maurersohns aus dem Dithmarschen (1813-1863) kommen nicht ohne eine beträchtliche Portion Pathos aus. Das täuscht auf den ersten Blick darüber hinweg, dass er die Welt mit einem sehr kalten Blick unter die Lupe nimmt: Die Welt findet statt, die Möglichkeiten des Menschen, ihre Bahn zu beeinflussen sind sehr beschränkt. Dementsprechend ist die Grundanlage seiner Dramen: Die Figuren handeln aus psychologischen Motiven und geraten dadurch in einen Konflikt mit einem allgemeinen Prinzip. Diesen hält Hebbel für unausweichlich und frei von jeglicher Moral. Der Mensch ist zum Scheitern verurteilt, ohne Schuld auf sich zu laden.

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