Wir waren

William Pellier

 

Ein älteres Ehepaar plant, solange es noch bei klarem Verstand ist, sich am Ende des alljährlichen Urlaubs gemeinsam das Leben zu nehmen. Die Entscheidung der Eheleute ist gut überlegt, alles ist geregelt: die Rechnungen wurden bezahlt, der Nachlass geregelt, es muss nur noch das Holzgeländer in der Kurve der Serpentinenstraße losgeschraubt werden. Vorher wollen sie aber noch ihren Urlaub genießen. Wie jedes Jahr verbringen sie die Ferien in einem, über ein Miet-Kauf-System finanzierten, blassrosa Bungalow in einer Feriensiedlung. Kontakt zu den anderen Gästen haben sie nicht. Zu anstrengend ist das Getümmel am Pool und für die angebotenen Freizeitaktivitäten sind sie zu alt. Überhaupt haben sie sich schon lange aus den Strukturen des sozialen Lebens ausgeklinkt und führen ein eher unspektakuläres Leben in ihrem Einfamilienhaus zwischen Kreuzworträtseln, Fernsehkonsum und den Treffen des Nachbarschaftsvereins gegen Diebstahl und Vandalismus im Viertel. Es gibt keine Kinder, nur einen Pudel. Das Leben ist ihnen fremd geworden. Durch den gemeinsamen Tod wollen sie sich noch das letzte bisschen Würde bewahren, um der Abhängigkeit und der Abschiebung ins Pflegeheim zu entgehen. Doch der Plan geht nicht auf. Es tritt genau das ein, was sie eigentlich vermeiden wollten: sie werden zum Pflegefall …

 

 

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