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X-Freunde

Felicia Zeller

 

Die Welt wird effizienter, täglich ein bisschen mehr. Und damit sie das wird, müssen wir alle effizienter werden, täglich ein bisschen mehr. Anne, Holger und Peter haben das Prinzip Effizienz komplett verinnerlicht, sie sind Workaholics, immer getrieben vom nächsten Projekt, das es durchzuziehen gilt. Die Managerin Anne hat gerade gekündigt und ihre eigene Agentur gegründet, sie konnte den Frust, ihre sensationellen Ideen an bornierte Vorgesetzte zu verschwenden, nicht mehr ertragen. Ihr Mann Holger, Koch und Ex-Betreiber eines erfolgreichen Catering-Unternehmens, ist gerade ohne konkretes Projekt, also arbeitslos, was die Beziehung zu Anne extrem belastet. Und Peter, der Künstler, hat mit seinem Kunstprojekt X-Freunde gerade einen sensationellen Erfolg gelandet.

Alle drei sind geübte Darsteller ihres Erfolgs und kaschieren routiniert ihr Scheitern. Annes neue Firma entwickelt sich nicht so, wie sie sich das vorgestellt hat, Holgers Catering-Unternehmen wurde offensichtlich geschlossen, weil verdorbene Shrimps das Buffet zierten, und Peter hat eine Schaffenskrise, weil er den Erfolgsdruck nicht aushält. Eigentlich wäre es jetzt Zeit für ein gutes Gespräch unter Freunden, ein Innehalten, vielleicht für ein gemeinsames Besäufnis, um den Druck loszuwerden, der auf ihnen lastet. Aber das wäre ein Rezept von vorgestern. Stattdessen steigern sie sich in eine Hyperkommunikation. Ständig erreichbar, ständig auf allen verfügbaren Kanälen präsent verschwinden sie selbst hinter ihren Nachrichten. Sie sind online, ohne erreichbar zu sein.

Arbeit ist – neben Konsum – im 21. Jahrhundert zur letzten sinnstiftenden Kraft geworden. Der moderne Mensch definiert sich über seinen Beruf. Felicia Zellers »X-Freunde« verdichtet die Sprache der Arbeitswelt zu hermetischen Wortkaskaden, die entlarven, dass diese sich längst verselbstständigt hat. Die Menschen drehen das Hamsterrad, in dem sie gefangen sind und das sie selbst erschaffen haben, immer schneller – bis zum bitteren Ende.

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