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Spielzeit 2019/20

Liebes Publikum,

Städte sind von jeher Orte der Begegnung. In ihnen kreuzen sich Lebenswege, begegnen sich höchst unterschiedliche Erfahrungen, Temperamente und Weltanschauungen. Das bringt Konflikt- wie Innovationspotenzial mit sich und braucht nicht nur sorgsam austarierte Regeln für ein gedeihliches Neben- oder gar Miteinander, sondern auch Plätze, an denen einerseits Kontroversen ausgetragen werden und man sich andererseits gemeinsamer Werte versichern kann. Es ist kein Zufall, dass die Entstehung des Theaters eng mit dem Entstehen der Demokratie verbunden ist. Undes ist ebenfalls kein Zufall, dass das Ende des Feudalismus’ von einer Gründungswelle städtischer Kulturinstitutionen begleitet wurde. Das republikanische Bürgertum wusste um die Bedeutung von Theatern, Kunsthallen, Konzertsälen, Stadthallen als Orte der Selbstvergewisserung der jungen Demokratie.

Populismus strapaziert unsere demokratischen Grundwerte, Demokratie-Müdigkeit gibt Anlass zur Besorgnis, die Zersplitterung der Gesellschaft wird immer offensichtlicher. Die Erkenntnis, dass es für eine widerstandsfähige Demokratie mehr braucht als die Verteilung von Steuergeschenken, ist naheliegender denn je.

Die Demokratie braucht den permanenten Diskurs über den Weg, den die Gesellschaft in Zukunft gehen soll. Sie braucht den Streit um die besten Ideen und sie braucht den Konsens, dass auf demokratischem Wege getroffenen Entscheidungen von allen mitgetragen werden, auch wenn man anderer Meinung war. Jede Entscheidung enthält das Risiko, sich als falsch herausstellen zu können. Aus Angst keine Entscheidung zu treffen, kann schlimmere Folgen haben als eine falsche Entscheidung. So entsteht das Vakuum, in dem der Populismus gedeiht.

Demokratie braucht aber auch die Bereitschaft, einander zuzuhören, sich den Argumenten der Gegenseite zu öffnen, die eigene Haltung zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Deutschland wird häufig um seine vielen Theater, Museen, Konzerthallen und freien Veranstaltungsorte beneidet. Sie alle bemühen sich mit ihren höchst unterschiedlichen Programmen zum demokratischen Diskurs beizutragen oder ihn anzustiften. Auch wenn sie häufig nur als Kostenstelle in öffentlichen Haushalten angesehen werden, als angenehmer Luxus, ist es eben dieses Bemühen, das sie wertvoll für die Demokratie macht. In Ihnen versammeln sich die unterschiedlichsten Menschen und erleben gemeinsam, dass Freude, Trauer, Sehnsucht, Staunen und Zweifeln verbindet und sie lassen den Gedanken freien Lauf. Und wenn alles gut geht, tauschen sie sich über das gemeinsam Erlebte aus. Mein Team und ich haben in den letzten Jahren darauf hingearbeitet, das für uns immer noch zentrale Erzählen auf der Bühne weiter zu entwickeln. Neben dem umfangreichen Programm für Kinder und Jugendliche, der Kooperation mit Schulen in Göttingen und dem Landkreis, haben wir den Denkraum Theater auch zum Diskussionsraum erweitert. Mit Gesprächsrunden, haben wir das Haus am Wall als Begegnungsort geöffnet und verstehen darunter demokratische Kultur.

Wir alle laden Sie herzlich ein, auch im kommenden Jahr dabei zu sein und wir freuen uns, Sie als Zuschauer*innen und Teilnehmer*innenim Deutschen Theater zu begrüßen.

Ihr
Erich Sidler
Intendant

 

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