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Gewalt und Leidenschaft

Nach dem Film von Luchino Visconti

Luchino Viscontis spätes Meisterwerk »Gewalt und Leidenschaft« ist eine intime Auseinandersetzung mit dem nahenden Tod, der Sehnsucht nach Leben und der Tragik von menschlichen Abhängigkeiten. Vor dem Hintergrund der ewigen Stadt erzählt Visconti die Geschichte eines alternden amerikanischen Professors, der sich in seinem römischen Palais in die Welt von Büchern und Kunstschätzen zurückgezogen hat. Seine Ruhe wird gestört, als die reiche und vulgäre Industriellengattin Marchesa Brumonti den Professor dazu nötigt, ihr eine unbenutzte obere Etage im Palais zu vermieten. In diese Wohnung zieht der mittellose Gigolo Konrad Huebel, der junge Geliebte der Marchesa, Brumontis Tochter Lietta und deren Verlobter Stefano ein. Das Chaos, das mit den neuen Mietern ins Haus eingezogen ist, reißt den Professor aus seiner kultivierten Lethargie und obwohl es immer wieder zum Streit kommt, wachsen ihm die jungen Mitbewohner ans Herz und werden für ihn eine Ersatzfamilie. Besonders der faszinierende und schöngeistige Konrad, der seine kriminelle Vergangenheit geheim hält, zieht ihn magisch an. Als es eines Abends zum Streit in der Familie kommt, öffnen sich die Gräben zwischen den Habenden und den Abhängigen, den Faschisten und den linken Revolutionären und die ungewöhnliche Wohngemeinschaft bricht auseinander.

Luchino Visconti
Der Drehbuchautor, Theater-, Opern-, und Filmregisseur Luchino Visconti (1906-1967) ist einer der bekanntesten Vertreter des europäischen Kinos. Aus einer alten italienischen Adelsfamilie stammend, genießt er als Junge eine künstlerische Erziehung und begeistert sich früh für Theater und Film. Während des Krieges dreht er Filme, bewegt sich in linksintellektuellen Kreisen von Kunst- und Kinoliebhabern und tritt nach dem Krieg der Kommunistischen Partei bei. Der Widerspruch zwischen seiner aristokratischen Herkunft und seinen kommunistischen Überzeugungen ist in vielen seiner Filme zu finden. So auch in »Gewalt und Leidenschaft« mit dem Visconti an seine Thomas Mann Verfilmung »Der Tod in Venedig« anknüpft. Wieder stehen die unerfüllte Liebe eines älteren Mannes für einen Jüngeren und der Zerfall einer dekadenten Gesellschaft im Mittelpunkt.

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