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Meister und Margarita

Von Michail Bulgakow

Niemand geringerer als der Satan selbst stattet Moskau einen Besuch ab: Woland ist sein Name und Gesellschaft leisten ihm ein imposanter schwarzer Kater, sein Dolmetsch mit Zwicker und karierter Hose und eine finstere Gestalt mit Hauern und wirrem roten Haar. Ihr erster Auftritt auf der Straße führt Woland direkt in eine Diskussion mit einem Redakteur und einem Dichter über Kant, den Gottesbeweis und zu der Köpfung des Redakteurs. Kein Wunder, dass der Dichter außer sich gerät. Schlecht aber für ihn, dass er dafür in die Irrenanstalt gebracht wird. Der satanische Trupp hingegen verzückt halb Moskau in einem Varieté, in dem Woland eine Séance abhält, bei der Menschen und Dinge magisch manipuliert werden. Andernorts verschwinden verschiedene Personen aus ihren Wohnungen in einem Haus, in dem man dem Dolmetsch nicht zu entkommen können scheint. Mit Woland und seinen Gehilfen gerät die gesellschaftliche und organisatorische Ordnung nach und nach ins Schleudern und mit ihr die der eigenen Wahrnehmung und Selbstgewissheit. In einem zweiten Erzählstrang trifft der ins Irrenhaus eingelieferte Dichter auf einen Mann, der sich Meister nennen lässt.Seine Muse Margarita hatte ihm diesen Namen gegeben, als er seinen ursprünglichen, während der Arbeit an seinem Meisterwerk über Pontius Pilatus, vergessen hat. Leider stellte sich der vom Opus erhoffte Erfolg nicht ein. Schlimmer sogar: Von den Behörden als psychisch instabil bewertet, geriet auch der Meister ins Irrenhaus und die Muse kommtabhanden. Diese Erzählstränge werden mit Passagen aus dem Pontius-Pilatus-Buch zu einem sprach und bildgewaltigen Epos mit großen Themen wie Verführbarkeit, Gut und Böse oder Erlösung verwoben. In seiner Dimension reicht dieser russische Roman an Goethes »Faust« und Dantes »Göttliche Komödie« heran.

Michail Bulgakow
Bevor der 1891 geborene Bulgakow sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete, studierte er zunächst Medizin und arbeitete als Arzt, bis er nach Moskau zog und für Zeitungen zu schreiben begann. Es folgten etliche Romane, Erzählungen, Theaterstücke. Durch ein Veröffentlichungsverbot seiner Schriften im Jahr 1930 wechselte er ans Theater. Von 1928 an schrieb Bulgakow an seinem Roman »Meister und Margarita«. In seinen letzten Tagen diktierte er seiner Frau noch Teile des Textes, bevor er am 10. März 1940 starb.

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