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Fünfzig Tage

Roland Schimmelpfennig

 

»Hey, wie geht’s?«, »War schön gestern«, »Sag mal, hast du mir das geschickt?«, »Ich weiß nicht, warum es dort nichts kostet, und bei uns kostet das –«, »Bin gleich da«, »Wir könnten was kochen, aber ich hab nichts im Kühlschrank«. Ein Zug voller Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit, nach Hause, zu einer Verabredung oder ins Kino sind. Alle müssen irgendwo hin. Alle haben Handys, Smartphones, Tablets. Alle telefonieren, schreiben Nachrichten oder checken Mails. Alle kommunizieren. Ein schier unendliches Gerede ist der Hintergrundsound unseres Lebens.

Und während in dem Zug in einer europäischen Stadt die mobilen Endgeräte im Einsatz sind, bauen die Arbeiter im Kongo unter unmenschlichen Bedingungen Coltan ab, das ein zentraler Baustein der Geräte ist.

Roland Schimmelpfennig verknüpft auf poetische und überraschende Weise unsere Lebenswelt mit der der afrikanischen Arbeiter: Aus den Gesprächsfetzen der Reisenden schälen sich immer mehr und deutlicher die Geschichten aus der kongolesischen Coltan-Abbaugrube heraus. Es gibt dort ein Grubenunglück, das durch massive Regenfälle immer weiter verschärft wird und das die Arbeiter zu bewältigen versuchen. Es geht dort um Überleben und Tod und hier um die kleinen Dramen des Alltags. Unterschiedliche Realitäten vermischen sich, Mythen schwemmen an die Oberfläche, Liebesgeschichten entspinnen sich, Erlebnisse gewinnen einen surrealen Charakter, Traumhaftes tritt zutage und so bespiegeln sich Europa und Afrika gegenseitig. Der Grusel hinter unserer smarten Welt wird sichtbar.

 

 

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