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Spring Awakening

In Wedekinds Drama liegt etwas in der Luft und auch in Saters und Sheiks Musicaladaption ist dieser Frühlingshauch kein blumig-leichter, sondern einer, der die jugendlichen Protagonisten plötzlich aus einer kindlichen Unschuld erweckt und an die Schwelle des Erwachsenwerdens weht. Die Pubertät und die Entdeckung von sexuellen Empfindungen stürzen Melchior Gabor, Moritz Stiefel und Wendla Bergmann in einen existentiellen Strudel jugendlicher Selbstfindung, der von der bürgerlichen Moral ihrer Eltern und den gesellschaftlichen Konventionen des ausgehenden 19. Jahrhunderts konterkariert wird und zwei der Freunde mit sich reißt. Moritz quälen feuchte Träume, die er nicht einordnen kann, bis ihm Melchior, der durch Bücher bereits sexuell aufgeklärt ist, seine Regungen mit expliziten Zeichnungen erklärt. Doch Moritz‘ Verwirrung ebbt nicht ab und hindert ihn weiter am Lernen. Da seine Eltern einen hohen Druck in Bezug auf die schulischen Leistungen ihres Sohns aufbauen, sieht dieser, als er nicht ins nächste Schuljahr versetzt wird, keinen anderen Ausweg und nimmt sich das Leben. Auch Wendla hat eine strenge, konservative Mutter, die ihrer Tochter eine sexuelle Aufklärung verweigert und stattdessen Ehe, Liebe und den Storch vorschiebt. So wird Wendla, ohne sich einer Gefahr bewusst zu sein, von Melchior schwanger und stirbt an der von ihrer Mutter veranlassten Abtreibung. Melchior dagegen widersteht am Grab seiner beiden Freunde der Todessehnsucht und entschließt sich, weiterzuleben. Damit gibt es Hoffnung, dass Melchior die psychologischen Instabilitäten überwindet, sich seine jugendliche Entdeckungslust und sexuelle Neugier gesund entwickeln können und er zu einem erwachsenen Mann heranreift, der das Andenken an Wendla und Moritz weiterträgt.

Steven Sater und Duncan Sheik
Der Komponist Duncan Sheik und der Autor Steven Sater trans-ferieren Wedekinds Drama »Frühlings Erwachen« von 1891 als Rockmusical gekonnt in die Gegenwart. Im Mai 2006 am Off-Broadway uraufgeführt, wechselte die Produktion in der Regie von Michael Mayer noch im selben Jahr an den Broadway und gewann acht Tony Awards.

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