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Tosca

von Victorien Sardou

Mit dem Titel »Tosca« verbindet man heute vor allem Giacomo Puccinis hochdramatische Oper, die 1900 uraufgeführt wurde.
Victorien Sardous gleichnamiges Schauspiel, das bereits 1887 mit Sarah Bernhardt in der Titelrolle auf die Bühne kam, diente als Vorlage für das Libretto. Puccini hatte schnell erkannt, welches Potenzial der Stoff für die Oper barg. Denn schon in Sardous Text sind all die Elemente zu finden, die Puccini dann mit seiner Musik effektsicher verstärkte: ein rasantes Erzähltempo, extreme Charaktere und überschwängliche Gefühle. »Tosca« ist Thriller und berührende Liebesgeschichte zugleich, zwar angesiedelt vor dem Hintergrund der Schlacht von Marengo (1800), aber ohne historische Entsprechung. Das Traumpaar der römischen Gesellschaft, die gefeierte Diva Tosca und der erfolgreiche Maler Cavaradossi führen eine ebenso leidenschaftliche wie konfliktreiche Beziehung.Toscas krankhafte Eifersucht und die diametral gegensätzliche politische Überzeugung der beiden sorgen für Sprengstoff im Beziehungsleben. Als Cavaradossi jedoch zum Opfer des sadistischen Polizeichefs Scarpia wird, übt die Diva grausame Rache. Der Regisseur und Choreograf Joachim Schloemer ist ein Grenz-gänger zwischen Musiktheater und Schauspiel. Für das Deutsche Theater Göttingen erarbeitet er auf der Basis von Sardous Drama und Puccinis Musik eine neue Fassung von »Tosca«.

Victorien Sardou
Der Dramatiker Victorien Sardou (1831-1908) ist selbst in Frankreich in Vergessenheit geraten. Dabei umfasst die Gesamtausgabe seiner dramatischen Werke immerhin 15 umfangreiche Bände. Historien-Dramen und Komödien galten als seine Spezialität, in den Uraufführungen standen die Stars des französischen Theaters auf der Bühne. Aber auch zahlreiche Libretti von Opern und Operetten entstammen seiner Feder. Regelmäßig arbeitete er für Jacques Offenbach und Camille Saint-Saëns. Die 1877 erfolgte Berufung in die Académie française war die Krönung seines Schriftstellerlebens. Allerdings wurden gegen ihn auch immer wieder Plagiats-Vorwürfe erhoben. Vielleicht waren die Geister, mit denen der überzeugte Spiritist während seiner Séancen in Verbindung trat, einfach zu belesen.

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