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Verrücktes
Blut

Wiederaufnahme einer Produktion des Deutschen Theater Göttingen
Kooperation mit dem Jungen Theater Göttingen

 

Nurkan Erpulat und Jens Hillje

 

Deutschunterricht in irgendeiner deutschen Großstadt. Eine Hauptschule, mehr als 90 % der Schüler haben einen Migrationshintergrund. Eine Problemklasse, wahrscheinlich. Schillers Werk »Die Räuber« soll gemeinsam interpretiert werden, doch der Unterricht ist in der heißspornigen Klasse eindeutig nicht möglich.

Plötzlich fällt eine scharfe Waffe aus einer Tasche auf den Boden des Klassenzimmers. Jemand greift zu. Doch heute sind es nicht die Schüler, die zur Waffe greifen, sondern die Lehrerin, die »endgültig die Schnauze voll hat« und möchte, dass »endlich mal alle die Fresse halten!«. Ein Schuss und erst jetzt kann der Unterricht nach den Vorstellungen der Lehrerin beginnen.

Mit vorgehaltener Waffe nimmt sie die Schüler als Geiseln und paukt mit ihnen um jeden Preis Friedrich Schillers »Räuber« durch. Sie zwingt die Schüler, das Wort ›Vernunft‹ so oft nachzusprechen, bis sie kapieren, dass es nicht mit ›m‹, sondern mit ›n‹ geschrieben wird: »Wer soll glauben, dass ihr keine Affen seid, wenn ihr nicht mal das schöne deutsche Wort Vernunft aussprechen könnt?« »Verrücktes Blut« ist eine Amok-Komödie, die vom Zusammenprall der Kulturen erzählt. Ein Abend, der die Sympathien des Zuschauers zwischen den unerzogenen, rebellierenden Schülern und ihrer verzweifelt-ratlosen Lehrerin immer wieder umschlagen lässt. Klischees werden so oft bestätigt und zerschlagen, bis man sich seiner eigenen Ansichten nicht mehr sicher ist. Ein knallharter Beitrag zur ästhetischen Erziehung im besten Sinne.

Das Stück wurde am freien Theater Ballhaus Naunystraße in Berlin Kreuzberg von Schauspielerinnen und Schauspielern mit Migrationshintergrund entwickelt. Die Leitung des Projekts hatten Jens Hillje und Nurkan Erpulat inne. Der Theaterabend selbst wurde 2011 zum renommierten Heidelberger Stückemarkt und zum Theatertreffen in Berlin eingeladen. Danach trat der Text seinen Siegeszug durch die deutschen Stadttheater an.

 

http://www.junges-theater.de/content/index.php?id=356

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