Willkommen

Von Lutz Hübner und Sarah Nemitz
Der Rest der Welt reagierte mit Kopfschütteln über die unerwartete Willkommenskultur, die Deutschland angesichts der ungeheuren Menge an Flüchtlingen bewies, die plötzlich über die Grenzen kamen. Seitdem arbeitet sich das Land am »Wir schaffen das« der Kanzlerin ab und muss einsehen, dass es mehr braucht, als am Bahnhof Wasserflaschen zu verteilen, damit wir es auch wirklich schaffen. In ihrer Komödie »Willkommen« zeigen Lutz Hübner und Sarah Nemitz, dass ein gewisses Konfliktpotenzial im Raume steht, wenn soziales Engagement und Selbstverwirklichungsambitionen aufeinander treffen. Der Raum, um den es geht, ist das Zimmer in einer kuscheligen Wohngemeinschaft, das frei wird, weil Benny ein Jahr an der New York University verbringen wird. Er will es während seiner Abwesenheit einem Flüchtling – oder gar einer Flüchtlingsfamilie – zur Verfügung stellen, natürlich nur, wenn alle Mitbewohner einverstanden sind.
Doch der Konsens ist gar nicht so einfach herzustellen. Jonas fürchtet, dass arabische Mitbewohner seine karrierewichtige Nachtruhe stören werden, Doro hasst das Machogehabe arabischer Männer und Anna hat irgendwie andere Probleme, sie ist schwanger. Vielleicht wäre es ja ein guter Kompromiss, wenn der Vater von Annas Kind einzieht, der ist zwar in Deutschland geboren, aber sein türkischer Migrationshintergrund ist unübersehbar.

Lutz Hübner und Sarah Nemitz
Lutz Hübner und Sarah Nemitz haben mittlerweile ein dramatisches OEuvre von beträchtlichem Umfang geschaffen, zu dem auch »Frau Müller muss weg« (2015 von Sönke Wortmann mit Anke Engelke in einer der Hauptrollen verfilmt) gehört. Das Autoren-Duo greift gerne aktuelle Themen auf, schreibt immer wieder für und über Jugendliche und gehört laut Statistik des Deutschen Bühnenvereins zu den meistgespielten lebenden deutschen Autoren. Die Stücke der beiden wurden vielfach mit Preisen ausgezeichnet und zu allen wichtigen Festivals eingeladen.

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