Antisemitismus oder berechtigte Kritik an Israel? Wo verläuft die Grenze?

Als die Jury des Göttinger Friedenspreises im Frühjahr 2019 den Preis an die »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost« vergab, löste dies bundesweit heftige Reaktionen aus, weil die ausgezeichnete Organisation offen mit der Kampagne »Boykott, Divestment and Sanctions« (BDS) sympathisiert. Iris Hefets, Mitglied des Vorstands der »Jüdischen Stimme«, hatte sich offen hinter den »BDS-Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft« gestellt.
Die FDP in Göttingen, wie auch der Zentralrat der Juden in Deutschland haben die Stadt, die Universität und die Sparkasse aufgefordert, sich von der Verleihung des Preises zu distanzieren. Aufgrund dieser Intervention haben die Stadt Göttingen und die Georg-August-Universität Göttingen beschlossen, die Preisverleihung nicht in ihren Räumen stattfinden zu lassen. Sie fand dann in der Galerie Alte Feuerwache statt.
Zurück blieb der Eindruck, der durch die jüngsten Ereignisse in Halle verstärkt wurde, dass es dringenden Gesprächsbedarf darüber gibt, wo die Grenze zwischen Kritik an Israels Politik und Antisemitismus verläuft. Unserem Selbstverständnis folgend, dass das Deutsche Theater Göttingen ein Ort ist, an dem aktuelle gesellschaftliche Themen differenziert diskutiert und Haltungen nachvollziehbar erläutert werden können, laden wir zu einer Podiumsdiskussion zu dieser Frage ein.

Es diskutieren:

  • Iris Hefets, Mitglied des Vorstands »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost« und Psychoanalytikerin
  • Konstantin Kuhle, MdB (FDP)
  • Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main
  • Prof. Dr. Rita Süssmuth, Präsidentin des Deutschen Bundestages a.D.
  • Jürgen Trittin, MdB (Bündnis 90/Die Grünen) und Mitglied im Auswärtigen Ausschuss

Moderation Dr. Daniel Alexander Schacht, Journalist

Im Anschluss an die Diskussion findet eine Vorstellung von Wajdi Mouawads Schauspiel »Vögel« statt. Der libanesisch-kanadische Autor erzählt in seinen Stücken immer wieder von der historischen Komplexität des Nahostkonfliktes und den hohen emotionalen Hürden, die einem dauerhaften Frieden im Weg stehen.

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