Am 21. Juli 1942 macht sich eine Gruppe von 50 Menschen vom Albaniplatz zum Bahnhof auf. Es sind bis auf wenige Ausnahmen die letzten Göttinger Jüdinnen und Juden, die in der Stadt verblieben sind und die jetzt über Hildesheim und Hannover nach Theresienstadt deportiert werden. Eine von ihnen ist die 84 jährige Anna Rosenberg. In seinem Rechercheprojekt lässt uns der Autor und Regisseur Gernot Grünewald in einem Audiowalk den letzten Weg dieser Frau noch einmal gehen. Er befragt den Beginn von Ausgrenzung und Gewalt, zieht Parallelen ins Heute und erzählt die Geschichte einer Familie und mit ihr eine von Entrechtung, Emigration und Vernichtung. Die Gegenwart wird dabei permanent mit Vergangenheit überschrieben und so anders und neu reflektierbar gemacht.
Pressestimmen
»Ja, es ist ein krasser Abend. Der Audiowalk rückt die Göttinger Orte in ein beklemmendes Licht, macht gerne vergessene Geschichten lebendig. Krass die Kombi mit den ebenfalls bedrückenden Schicksalen von Zwangsarbeitern. Noch krasser die Verbindung zum Heute. Für alle Göttinger und für Schulen ein Muss.«
Ute Lawrenz, HNA, 31.8.2026
»Die Stunde auf der Straße gehört zum Eindringlichsten, was in Göttingen seit Langem zu erleben war. Man sollte sie gegangen sein.«
Jens Wortmann, Kulturbüro, 31.8.2026
»Das Rechercheprojekt von Regisseur Gernot Grünewald zum Schicksal der letzten Göttingen Juden sowie der osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen in der Stadt zieht anfängliche Betrachterinnen und Betrachter immer tiefer in das Geschehen, macht betroffen - und wirft zwischendurch auch kurze Blicke ins Heute.«
Rüdiger Franke, GT, 31.8.2026