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Der tätowierte Mann

Von Peter Wortsman | Aus dem Englischen von Karin Rausch

Es ist das schlimmste Verbrechen der Menschheit, der größte Zivilisationsbruch der Geschichte und ein Grauen, das schwer zu verstehen ist. Mit einer antisemitischen Staatsideologie begründet, wurden in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten sechs Millionen Juden systematisch und mit industriellen Methoden in den Tod getrieben. Ein Teil des entmenschlichten Verfahrens in den Lagern war, dass eine zugewiesene Häftlingsnummer die Namen ersetzte. In dem berüchtigten Vernichtungslager Auschwitz tätowierte man den Gefangenen die Nummern auf den Unterarm und brandmarkte sie so fürs Leben. Peter Wortsman hat in den 1970er-Jahren in Wien Interviews mit Holocaustüberlebenden geführt und diese zu einem Monolog zusammengefügt. »Der tätowierte Mann« ist eine schmerzliche Erinnerung an das Leben im Konzentrationslager. Schmerzlich besonders wegen der gnadenlosen Direktheit der Berichtenden. Die Geschichten aus Ausschwitz erzählen vom Egoismus, den man an den Tag legen muss, um zu überleben, von der Todesangst der Häftlinge, von der Freude der Wächter*innen am Leid der Juden, aber auch von unerwarteter Menschlichkeit und fast unerkannter Solidarität.

Peter Wortsman
Peter Wortsman ist ein in New York lebender Autor und Übersetzer. Als Sohn österreichischjüdischer Immigranten wuchs er zweisprachig auf. Die englisch-deutsche Zweisprachigkeit zieht sich als Thema durch sein ganzes literarisches Werk. Besonders hervorgetan hat sich Wortsman als Übersetzter von Peter Altenberg, Heinrich Heine und Robert Musil. Zu seinen Arbeiten gehören der Roman »Cold Earth Wanderers«, die Erzählbände »A Modern Way to Die«, »Footprints in Wet Cement« und das Theaterstück »Burning Words«. Außerdem veröffentlicht er Essays in den Zeitungen Die Welt und Die Zeit. Sein letztes Werk ist der zweisprachig verfasste Erzählband »Stimme und Atem / Out of Breath, Out of Mind«.

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