neunzehnhundertzweiundvierzig MemoRails Göttingen

Ein Rechercheprojekt von Gernot Grünewald • Uraufführung
dt.x
Premiere 29. August 2026
Dauer 160 Minuten
12.09
Sa
19:45-22:25 Uhr
13.09
So
17:45-20:25 Uhr
20.09
So
17:45-20:25 Uhr
21.09
Mo
09:45-12:25 Uhr
27.09
So
17:45-20:25 Uhr
28.09
Mo
09:45-12:25 Uhr
02.10
Fr
19:45-22:25 Uhr
03.10
Sa
14:45-17:25 Uhr
Das Rechercheprojekt »neunzehnhundertzweiundvierzig MemoRails Göttingen« ist ein gefördertes Projekt – MemoRails ist ein Drittmittelprogramm des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ). Es richtet sich an zivilgesellschaftliche Initiativen in Deutschland, die auf kreative und zeitgemäße Art und Weise an die Verbrechen des NS-Regimes und ihre Folgen an Bahnhöfen in Deutschland erinnern.
Informationen zum Audiowalk: Der Audiowalk führt quer durch die Stadt und folgt Stationen, die auch Anna Rosenberg gegangen sein könnte. Die Route führt vom Theater (Satellit) bis zur Probebühne des Deutschen Theaters in der Güterbahnhofstraße 10. Der Weg ist nicht barrierefrei und dauert ca. 60 Minuten. Für den Weg denken Sie, je nach Wetterlage, an wetterfeste Kleidung. Es wird in Gruppen gelaufen, bitte daher keine Fahrräder mitnehmen. Am Güterbahnhof angekommen, folgt eine inszenierte Theateraufführung. Dort endet der Theaterabend. Der Rückweg sollte dann selbst eingeplant werden.
Bitte informieren Sie sich über barrierefreie Optionen an der Theaterkasse.
Am 21. Juli 1942 macht sich eine Gruppe von 50 Menschen vom Albaniplatz zum Bahnhof auf. Es sind bis auf wenige Ausnahmen die letzten Göttinger Jüdinnen und Juden, die in der Stadt verblieben sind und die jetzt über Hildesheim und Hannover nach Theresienstadt deportiert werden. Eine von ihnen ist die 84 jährige Anna Rosenberg. In seinem Rechercheprojekt lässt uns der Autor und Regisseur Gernot Grünewald in einem Audiowalk den letzten Weg dieser Frau noch einmal gehen. Er befragt den Beginn von Ausgrenzung und Gewalt, zieht Parallelen ins Heute und erzählt die Geschichte einer Familie und mit ihr eine von Entrechtung, Emigration und Vernichtung. Die Gegenwart wird dabei permanent mit Vergangenheit überschrieben und so anders und neu reflektierbar gemacht. Ziel des Weges ist der alte Güterbahnhof, an dem das Deutsche Theater Göttingen heute Kultur produziert. Die Probebühne liegt direkt neben den Schienen, auf denen die Deportierten die Stadt nach Osten verlassen haben, den Schienen, auf denen zeitgleich tausende Menschen aus Osteuropa zurück nach Göttingen deportiert und hier zur Arbeit in Haushalten, Rüstungsbetrieben und einer Großwäscherei gezwungen wurden. Vier Schauspielerinnen erzählen die Geschichten von Menschen, die, nachdem die Juden deportiert worden sind, in dieser Stadt über Jahre ausgegrenzt und zur Arbeit gezwungen wurden.

»neunzehnhundertzweiundvierzig MemoRails Göttingen« – Der Podcast | Teil 1: Die Reichsbahn

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»neunzehnhundertzweiundvierzig MemoRails Göttingen« – Der Podcast | Teil 2: Erinnerungskultur

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»neunzehnhundertzweiundvierzig MemoRails Göttingen« – Der Podcast | Teil 3: Zwangsarbeit

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Pressestimmen

»Ja, es ist ein krasser Abend. Der Audiowalk rückt die Göttinger Orte in ein beklemmendes Licht, macht gerne vergessene Geschichten lebendig. Krass die Kombi mit den ebenfalls bedrückenden Schicksalen von Zwangsarbeitern. Noch krasser die Verbindung zum Heute. Für alle Göttinger und für Schulen ein Muss.«
Ute Lawrenz, HNA, 31.8.2026

»Die Stunde auf der Straße gehört zum Eindringlichsten, was in Göttingen seit Langem zu erleben war. Man sollte sie gegangen sein.«
Jens Wortmann, Kulturbüro, 31.8.2026

»(…) die Inszenierung zeigt, dass Erinnerungskultur nicht bei Jahreszahlen und Gedenktafeln endet. Sie beginnt dort, wo bekannte Straßen und Gebäude plötzlich eine andere Geschichte erzählen.«
Ulf Engelmayer, Radio Leinewelle, 2.9.2026

»Die Darstellerinnen schaffen es sämtlich, die schier endlosen Rollenwechsel, (…) mit bemerkenswerter Mühelosigkeit zu meistern, und der Abend bringt zur Sprache, wie in Göttingen Zwangsarbeiter ausgenutzt wurden und welche Verstrickungen es gab – quer durch Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft.«
Simon Gottwald, Nachtkritik, 30.8.2026

»Das Rechercheprojekt von Regisseur Gernot Grünewald zum Schicksal der letzten Göttingen Juden sowie der osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen in der Stadt zieht anfängliche Betrachterinnen und Betrachter immer tiefer in das Geschehen, macht betroffen - und wirft zwischendurch auch kurze Blicke ins Heute.«
Rüdiger Franke, GT, 31.8.2026

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