Semele HWV 58

Festspieloper von Georg Friedrich Händel
dt.1
Premiere 19. Mai 2023
Dauer 210 Minuten
Marie Lys Sopran | Semele
Jeremy Ovenden Tenor | Jupiter, Apollo
Vivica Genaux Mezzosopran | Ino, Juno
Rafał Tomkiewicz Countertenor | Athamas
Riccardo Novaro Bariton | Cadmus, Somnus, High Priest
Marilena Striftombola Sopran | Iris
Kammerchor Athen
FestspielOrchester Göttingen

George Petrou Regie und Musikalische Leitung
Paris Mexis Bühnenbild und Kostüme
Stella Kaltsou Licht
Anknüpfend an den Erfolg von Giulio Cesare bei den letzten Festspielen inszeniert und dirigiert George Petrou dieses Jahr das erste szenische Oratorium in der Geschichte der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen. In der Neuinszenierung von Semele sind die in Göttingen bekannte Sopranistin Marie Lys in der Titelrolle und einer der größten britischen Tenöre, Jeremy Ovenden, in der anspruchsvollen Rolle des Jupiter zu erleben. Die Star-Mezzosopranistin Vivica Genaux ist mit der Doppelrolle der Juno und der Ino gefordert, und der Kammerchor Athen, ein brillantes junges Ensemble aus der griechischen Hauptstadt, singt Händels großartige Chöre.
Semele ist am Ziel ihrer Träume angelangt. So scheint es, als sie im zweiten Akt übermütig von »Endless pleasure, endless love« schwärmt. Ihr heimlicher Liebhaber Jupiter hat sie in ein Luftschloss entführt, wo es an nichts mangelt: Diener, Schmuck, Partys und Sex – alles gibt es grenzenlos. Irgendwann beginnen jedoch Zweifel an ihrer Seele zu nagen. Als menschliches Wesen fühlt Semele sich dem Gott unterlegen. Diese Unsicherheit weiß Jupiters Gattin Juno für sich zu nutzen. Aus Eifersucht über die Affäre ihres Gatten erscheint sie Semele in Gestalt von deren Schwester Ino und rät: Wenn sie Jupiters Treue unter Beweis stellen wolle, müsse sie ihn zwingen, sich ihr in seiner wahren, göttlichen Gestalt zu offenbaren – so würde sie unsterblich.
Georg Friedrich Händel hat diesen antiken Stoff in ein musikalisches Drama verwandelt – aber keine Oper geschrieben! Er notierte auf der Partitur: »Nach der Art eines Oratoriums.« Händel wollte damit den Konventionen der Oper entfliehen. An Stelle einer Virtuosenschau mit verwirrender Handlung sollte neue Klarheit treten: weniger Figuren auf der Bühne, dafür umso komplexere Charakterzeichnungen. Mit seiner Semele ist ihm das auf grandiose Weise gelungen – vor allem in Bezug auf die Hauptfiguren Semele, Jupiter und Juno, die zu den schwierigsten Rollen gehören, die Händel jemals geschaffen hat.