The Drying Prayer

Der Tschadsee ist einer der ältesten Süßwasserseen in der Sahara, der die Länder Tschad, Nigeria, Niger und Kamerun mit Wasser und Nahrung versorgt. Er bietet Mensch und Natur einen Schutzraum und ist ein spirituell aufgeladener Ort für die um ihn lebenden Ethnien und Kulturen. Der Schwund der Ressource Wasser, veränderte Regen- und Trockenzeiten, eine um sich greifende Desertifikation und die zunehmende Instabilität und Militarisierung der Region bedrohen heute den See und seine Anrainer. Er ist mittlerweile zu einem Symbol für den Zusammenhang von Klimawandel, Flucht und Migration geworden.

Das Tanzstück »The Drying Prayer« des tschadischen Choreografen Taigué Ahmed, das er gemeinsam mit dem in Montréal lebenden Musiker DJ Caleb Rimbtobaye/Afrotronix und vier afrikanischen Tänzer*innen entwickelt, beschäftigt sich mit den jüngsten Transformationen von Lebensraum und Gemeinschaftsstrukturen am Tschadsee. Es ist eine getanzte Kartografie und Bestandsaufnahme, bei der traditionelle und zeitgenössische Tanzstile wie Hip-Hop und Coupé-Décale zusammengeführt werden. Die Musik von Caleb Rimbtobaye/Afrotronix nimmt die Rhythmen und Gesänge der Region auf und verbindet diese mit elektronischer Musik und Sprechgesang. Es entsteht ein afrofuturistischer Sound, eine hörbare Zukunftsvision für den Tschadsee. Ahmed und Rimbtobaye verstehen Kunst als Mittel der Kommunikation und als Motor für Veränderung. Aus diesem Grund werden die Aufführungen begleitet von Diskussionen, Vorträgen und Workshops zu Bedeutung und Folgen von klimatischen Veränderungen.

Choreografie, künstlerische Leitung Taigué Ahmed
Tanz Baidy Ba, Aimé Djedonang, Hervé Dakanga, Aly Karembé
Musik Caleb Rimbtobaye/Afrotronix
Bühne und Kostüme Veronika Utta Schneider
Dramaturgie Sarah Israel
Lichtdesign Wolfgang Eibert
Produktion SISK – Büro für Dramaturgie und Produktion mit Maud Ruget (Leitung)

Koprodduktion | Ein Tanzprojekt von Taigué Ahmed (Ndam Se Na) und SISK – Büro für Dramaturgie und Produktion, in Koproduktion mit HochX Theater und Live Art, Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar und Deutsches Theater Göttingen. Mit Unterstützung des SPIELART Theaterfestival München und des CND Centre national de la danse, Künstler im Residenzprogramm (Paris).
Gefördert durch die

 

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