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Tom auf dem Lande

Von Michel Marc Bouchard
Deutsch von Frank Heibert

Guillaume verunglückt bei einem Autounfall tödlich, und um bei seiner Bestattung anwesend sein zu können, fährt sein Freund Tom aufs weite Land. In der kanadischen Provinz begegnet der junge Städter Guillaumes nächsten Verwandten. Die strenggläubige Mutter Agathe und der ältere Bruder Francis halten mühsam den Betrieb der Farm aufrecht. Statt auf offene Arme, stößt Tom dort auf isoliert lebende Verbliebene, die an verkrusteten Gesellschaftsbildern festhalten. Agathe ist weder die Homosexualität Guillaumes geschweige denn die Existenz eines Freundes bekannt, also versucht Tom, die Trauer um den Verlust ihres Sohnes nicht zu stören und gibt sich als dessen Arbeitskollege aus. Francis hingegen wusste um das Leben seines Bruders in der Stadt und will verhindern, dass die Mutter von der wahren Verbindung erfährt. Er bemerkt außerdem, wie die Mutter den Tod des Sohnes durch Toms Anwesenheit kompensiert und hält ihn daraufhin auf dem Hof fest. Tom entwickelt eine zunehmend schizophrene Beziehung zu Francis, ein toxisches Verhältnis, das auf Gewalt, Demütigung und homoerotischer Anziehung basiert. Tom findet sich in einer Situation wieder, in der er Francis freiwillig bei den Arbeiten auf dem Hof unterstützt und mehrfach Gelegenheiten zur Flucht bewusst verstreichen lässt. Die Figuren begeben sich in eine gegenseitige Abhängigkeit – durch das Fehlen des einen wird der andere jeweils zum Bruder, Sohn oder Geliebten.

Michel Marc Bouchard
1958 geboren, entwickelte sich Michel Marc Bouchard zu einem Multitalent und begann bereits mit 22 Jahren eine Dreifachkarriere als Schauspieler, Regisseur und Autor an diversen Theatern. Der nationale Durchbruch gelang ihm spätestens im Jahr 1987 mit dem Stück »Les Feluettes ou la Répétition d’un drame romantique«. 1988 wird Bouchard künstlerischer Leiter des Théâtre d’la Corvée in Ottawa und hat bis heute über 20 Stücke geschrieben. Aktuell bereitet er das Libretto für die Oper »Die Schönheit der Welt« vor, die 2021 in Montreal uraufgeführt werden soll.

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