Der Weg zurück

Dennis Kelly | aus dem Englischen von John Birke
dt.x
Premiere 16. April 2022
Dauer 90 Minuten
24.05
Di
20:00-21:30 Uhr
28.05
Sa
20:00-21:30 Uhr
30.05
Mo
20:00-21:30 Uhr
31.05
Di
20:00-21:30 Uhr
02.06
Do
20:00-21:30 Uhr
04.06
Sa
20:00-21:30 Uhr
12.06
So
20:00-21:30 Uhr
Für die Vorstellung in der dt.x Tiefgarage bitte warme Kleidung und festes Schuhwerk mitbringen!
Ein einfacheres Leben. Ein klareres Leben, ohne die Überforderung durch Technik und Entfremdung, ohne umweltzerstörenden Fortschritt. Dieser simple Wunsch steht hinter der Bewegung der Regression. Doch was mit symbolischer Zerstörung beginnt, weitet sich bald schon radikal gegen jegliche Technik und Wissenschaft aus. Universitäten werden ebenso überfallen wie Forschungslabore und TV-Studios, Antibiotika und Handy-Strahlung verboten. Über fünf Generationen begleitet Dennis Kelly die Reise der Menschheit zu einem vermeintlich einfacheren Leben, in dem Nicht-Wissen ein Segen ist und Sprache radikal verständlich. Eine Zukunftsvision, die den Spaltungen in der Gesellschaft nachfühlt und sie auf eine totalitäre Spitze treibt. Die Tiefgarage des Deutschen Theater Göttingen wird dabei zur perfekten Kulisse für Dennis Kellys fesselnde Dystopie.

Zum Autor Dennis Kelly
Dennis Kelly wurde 1970 in London geboren und studierte am Goldsmiths College Drama und Theater. Sein 2003 aufgeführtes Debutstück »Schutt« entstand im Rahmen des National Theatre Studio Programmes für junge Autor*innen. Weitere erfolgreiche wie z.B. »Waisen« oder »DNA« folgten und wurden mit diversen Preisen ausgezeichnet. Unter anderem wurde Dennis Kelly 2009 in der Kritikerumfrage von Theater heute zum besten ausländischen Dramatiker des Jahres gewählt. Er adaptierte Roald Dahls Roman »Matilda« als Musical, das nach seiner Premiere in Stratford-upon-Avon im Londoner West End und am New Yorker Broadway lief. Seine TV-Serie Utopia gewann den International Emmy Award für die beste Serie, die Mini-Serie »The Third Day« wurde 2020 bei HBO und Sky Atlantic ausgestrahlt.
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Pressestimmen

Den Fortschritt zurückdrehen »Antje Thoms erntete mit ihrer brillanten letzten Arbeit als Hausregisseurin am Deutschen Theater Göttingen lang anhaltendenden Beifall … Grandios agiert die Dreiergruppe mit Gaby Dey, Florian Eppinger und Paul Wenning, die ihre komplizierten Texte meisterlich klar artikulieren. Mit einer bestechend natürlichen Attitüde erzählt Gabriel von Berlepsch die Geschichte des Mannes so, als habe er sie eben erlebt. Nele Sennekamp und Paul Häußer sind mit beängstigender Überzeugungskraft für die Regressions-Propaganda zuständig. Die über die Kopfhörer eingespielten Stimmen von Rebecca Klingenberg und Paul Trempnau ergänzen das Ensemble vorzüglich. Für den Knalleffekt am Schluss aber sorgt Nélida Martinez … Sie liefert eine geradezu schäumende Kaskade von einsilbigen Wörtern in Höchstgeschwindigkeit, eine Artikulations-Bravourarie, bei der sie wie ein Wirbelwind über die Spielfläche spurtet.«
Michael Schäfer, Göttinger Tageblatt 19.4.2022

Nicht wissen ist (k)ein Segen »Das Deutsche Theater Göttingen feierte mit Kellys Dystopie eine gelungene Premiere … Spannend, düster, eindringlich inszeniert. Der Besucher wird gefordert.«
Steve Kuberczyk-Stein, HNA 19.4.2022

Wie kommen wir da wieder raus? »Anstatt in rotplüschigen Sitzen des warmen Theatersaals, führt uns die Regisseurin Antje Thoms bei ihrer Abschiedsinszenierung ein letztes Mal in die zugige Tiefgarage des Theaters … Das Publikum wird unweigerlich zum Mitprotagonisten des Stückes, die den Erzählungen der Gruppe um Gaby Dey, Florian Eppinger und Paul Wenning lauscht oder den hypnotischen Anweisungen der Zwillinge (Alma Nosseck oder Nele Sennekamp und Moritz Kahl oder Paul Häußer) Folge leisten soll. Wir werden in die dunkle Zukunft der ›Regression‹ hineinversetzt und erleben das apokalyptische, eiskalte Endzeitszenario, mit immer kälter werdenden Fingern leibhaftig mit … Mit der erzählerischen Methode entstehen viele Bilder und Zeitabläufe in unseren Köpfen, auch wenn wir zum Beispiel Dawn und Jonathan (Rebecca Klingenberg und Paul Trempnau) lediglich aus diversen Briefwechsel als Tonaufzeichnungen kennenlernen. – Das macht allerdings den Abend besonders reizvoll und intensiv, spielt es bei dieser Reduktion auf eines unserer Sinne gerade mit dem Ansinnen der Regressionsbewegung im Stück.«
Ingrid Rosine Floerke, Scharfer Blick/Kritikerclub 19.4.2022

Jeden Tag die Apokalypse »Obwohl der Dramentext schon vor der Covid-19-Pandemie geschrieben wurde, passt er auf beunruhigende Weise auf die während dieser immer lauter gewordenen wissenschaftsfeindlichen Narrative. ›Der Weg zurück‹ demonstriert, wie die Furcht vor dem Wissen zu geistiger Bequemlichkeit führt, die dem Menschen nach und nach alles nimmt – bis die Neugier sich auflehnt. Wie schon oft zeigt das Deutsche Theater Göttingen sich auch in dieser Inszenierung wieder engagiert, und wie schon oft gelingt ihm auch hier der Spagat zwischen einem unterhaltsamen Theaterabend und einem nachdenklich machenden Vorführen gesellschaftlicher Schwächen und Spaltungen.«
Simon Gottwald, litlog.de 25.5.2022

Kein großer Schritt nach vorne »Gaby Dey, Paul Wenning und Florian Eppinger fungieren als Erzähler und schaffen die Brücke zwischen den fünf Zeitstationen … Von Berlepsch liefert große Kunst. Fahrige Bewegungen, den Kopf stets gebeugt und abgehackte Sprache. Da ist ein Mann jenseits der Verzweiflung und von Berlepsch kann dies eindrucksvoll vermitteln … Es folgt die Szene mit dem größten Gruseleffekt. Es ist vor allem der Wiedererkennungswert. Der Auftritt der Zwillinge sorgt für Entsetzen, denn Nele Sennekamp und Paul Häußer machen in ihrem Vortrag deutlich, dass die Propaganda ihrer Bewegung gar nicht so weit entfernt ist von den Verlautbarungen esoterischer Gruppierungen der Gegenwart … Nach der nächsten Briefroman-Etappe springt die letzte Dawn in den Ring. Es ist eine Szene voller Entsetzen, denn Nélida Martinez spielt eindrucksvoll ... Bemalt wie ein mystisches Wesen aus der Vergangenheit zeigt sie eine mögliche Zukunft. Es ist erstaunlich wie viel Mienenspiel diese Maske noch zulässt. Zu den großen Kulleraugen gesellt sich die raumgreifende Gestik eines überdrehten Kindes. Das Publikum ist hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Entsetzen.«
Thomas Kügler, harzerkritiker.blogspot 20.4.2022

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