Hedwig and the Angry Inch

Buch von John Cameron Mitchell Musik und Gesangstexte von Stephen Trask | Deutsch von Rüdiger Bering und Wolfgang Böhmer
dt.1
Premiere 28. Januar 2023
Dauer 110 Minuten
09.02
Do
19:45-21:35 Uhr
17.02
Fr
19:45-21:35 Uhr
24.02
Fr
19:45-21:35 Uhr
03.03
Fr
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13.03
Mo
19:45-21:35 Uhr
28.03
Di
19:45-21:35 Uhr
01.04
Sa
19:45-21:35 Uhr
12.04
Mi
19:45-21:35 Uhr
26.04
Mi
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02.05
Di
19:45-21:35 Uhr
14.05
So
15:00-16:50 Uhr
Der amerikanische Autor, Regisseur und Schauspieler John Cameron Mitchell verantwortet sowohl die Regie als auch das Buch für »Hedwig and the Angry Inch«. Er entwickelte die Figur Hedwig gemeinsam mit dem Komponisten Stephan Trask für Auftritte in einer Dragbar und spielte sie selbst in der Uraufführung sowie in der Verfilmung. Darüber hinaus wirkte er in weiteren Broadway-Produktionen wie »Der geheime Garten«, »Six Degrees of Separation« und »Big River« mit. John Cameron Mitchell produzierte zudem den prämierten Dokumentarfilm »Tarnation« (2004) von Jonathan Caouette. Sein Film »Rabbit Hole« (2010) bescherte Hauptdarstellerin Nicole Kidman eine Oscar-Nominierung als Beste Schauspielerin. Sein letzter Film »How to Talk to Girls at Parties« feierte Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes 2017.
Dragqueen Hedwig kommt mit ihrer Band The Angry Inch nach Deutschland. Die Rückkehr in ihr Heimatland, das sie kurz vor der Wende verlassen hat, löst eine Vielzahl von Erinnerungen in ihr aus. Begleitet von Songs, die zwischen Glamrock und Grunge changieren, erzählt sie rückblickend von ihrem schillernden Leben und einer bewegten Vergangenheit.
Hedwigs Weg beginnt in Ostberlin. Als sie sich in einen amerikanischen GI verliebt, bietet sich ihr eine unverhoffte Fluchtmöglichkeit aus der DDR und der amerikanische Traum scheint zum Greifen nah zu sein. Doch das Glück in Übersee ist nur von kurzer Dauer. Die Beziehung scheitert und Hedwig muss sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Sie schöpft Hoffnung auf einen Neuanfang als sie den Musiker Tommy kennenlernt. Mit ihm erlebt sie eine intensive Liebe, die die beiden besonders musikalisch ausleben. Zusammen schreiben sie ein Album, das ein Erfolg zu werden verspricht. Doch auch diese Geschichte endet tragisch. Tommy verlässt Hedwig und wird mit der gemeinsamen Musik zum gefeierten Star Tommy Gnosis. Hedwig bleibt allein vor dem Nichts zurück. Doch sie gibt nicht auf und startet mit ihrer Band The Angry Inch eine eigene Tour.
Das preisgekrönte queere Kultmusical »Hedwig and the Angry Inch« erzählt die Geschichte über den Wandel eines Underdogs hin zu einem schillernden Rockstar. Zwischen Melancholie und dem Glitzer des Showbusiness ist die Geschichte von Hedwig eine, die von der Suche nach der eigenen Identität erzählt und dabei soziale Grenzen und gesellschaftliche Konstrukte von Geschlecht aufhebt.

Pressestimmen

Sternstunde im Deutschen Theater Göttingen »Es war ein Triumph! Minutenlang klatschte das Publikum, viele im Stehen ... Vor allem ein Schauspieler und eine Schauspielerin tragen diesen Abend: Volker Muthmann und Tara Helena Weiß. Muthmann spielt Hedwig mit einer beeindruckenden emotionalen Bandbreite. Seine Hedwig ist ungeheuer verletzlich, aber auch sehr offen, dynamisch und kommunikativ … Sie ist die frivole Diva mit den wilden Perücken, den schrillen Kleidern und dem Leben, dass ihr immer wieder so übel mitspielt. Aber Hedwig ist eine Kämpferin. All das zeigt Muthmann ganz feinsinnig und immer wieder auch mit ganz großer Geste. Ein schillernder Star ... Weiß, eine junge Schauspielerin frisch von der Schauspielschule ... Weiß bleibt über weite Strecken im Hintergrund und ist doch immer präsent. Sie hat wunderschöne Szenen, und am Ende wird aus dem Entlein doch noch der Schwan … Astrid Klein hat die Kostüme entworfen, sie hat ordentlich geschwelgt. Die Band, in dieser Besetzung schon häufiger im Einsatz, agierte souverän und rockte die Bühne. Ins rechte Licht hat Michael Lebensieg diese Szenerie mit einem brillanten Beleuchtungskonzept gerückt. Für das Bühnenbild zeichnet Thomas Rump verantwortlich. Er hat ein Gebirge an Transportkisten gebaut, das immer wieder live von Bühnenarbeitern umgeschichtet wird. So kann es auch passieren, dass Hedwig plötzlich in einer Gebirgssackgasse landet und gerettet werden muss. Auch das eine wunderschöne Szene … Sarah Kurze übernahm die Regie … brachte die Inszenierung elegant und souverän auf die Bühne … Intendant Erich Sidler nannte diese Inszenierung unmittelbar nach der Premiere eine kleine Sternstunde – vielleicht ist es aber sogar eine große.«
Peter Krüger-Lenz, goettinger-tageblatt.de 29.1.2023

Musikalische Sternschnuppen von der Glamrock-Rampe »Umjubelte Premiere am Deutschen Theater Göttingen … Volker Muthmann ist als Dragqueen Hedwig ein Ereignis. Nicht nur, weil seine Gesangsstimme so charismatisch ist, eindringlich, schmelzig, sexy. Sie kann sensationell entrückt und glamourös nach David Bowie klingen (und das muss man erstmal schaffen), zart und intim, aber auch nach punkiger Verbalentladung ... Kostümbildnerin Astrid Klein hat aufgedonnerte Roben geschaffen, die genau das jeweilige Level an Intimität oder Bühnenzauber ausdrücken … Vier Musiker donnern lässig ihre Nummern in die Verstärker, es gibt zudem einige Songzitate von Lou Reeds ›Walk on the Wild Side‹ bis Janis Joplins Hippie-Hymne ›Mercedes Benz‹ - eines der betörenden Glanzlichter, die Tara Helena Weiß setzt ... Knallig-lauter Abend mit Tiefgang und tollen Darstellern/Sängern.«
Bettina Fraschke, HNA 30.1.2023

Besonders, weil nicht einzuordnen »Bei der Umsetzung des Buches ist Moritz Franz Beichl und Sarah Kurze eine äußerst unterhaltsame, aber gleichzeitig komplexe Inszenierung gelungen. Der ungewöhnliche Mix aus Theater, Dragqueen-Show, Lebensgeschichte und Konzert machen den Abend besonders und besonders spannungsreich.<br /> … Das gesamte Arrangement aus Rock’n’Roll, Punk Rock, Balladen und Country Elementen wirkt rund und die Angry Inch Band, unter Leitung von Michael Frei, fügt sich als Teil der Erzählung nahtlos ein. Das Bühnenbild mit den gestapelten großen Überseekoffern (Thomas Rump) deutet auf subtile Weise an, dass es auf eine erzählte Reise geht, und schillernde Lichter unterstreichen das glamourhafte der Geschichte … Tara Helena Weiß trägt einen wichtigen Anteil zum gelungenen Abend bei. Ihre Palette an Stimmungen sowie ihre Stimme sind beeindruckend. Hedwig geht von Anfang an sehr vertraut mit den Zuschauenden um ... Hedwigs Personifizierung hat Volker Muthmann vollends durchdrungen … Aber steckt hinter den wunderbar überladenden, bunten, provokanten Kostümen (Astrid Klein) nicht doch ein Mensch voller Verletzlichkeit? … ›Hedwig and the Angry Inch‹ ist pure Unterhaltung und kam am Premierenabend großartig beim Publikum an. Es bleibt zu wünschen, dass die Botschaft dessen, das von der Norm abweichende im Alltag anzunehmen, ebenso offenherzig aufgenommen wird.«
Ingrid Rosine Floerke, Scharfer Blick/Kritiker*innenclub 30.1.2023


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