Zerstörte Straßen

Natalia Vorozhbyt | Deutsch von Lydia Nagel
dt.1
Premiere 10. Dezember 2022
Dauer 90 Minuten
10.12
Sa
19:45-21:15 Uhr
16.12
Fr
19:45-21:15 Uhr
20.12
Di
19:45-21:15 Uhr
09.01
Mo
19:45-21:15 Uhr
17.01
Di
19:45-21:15 Uhr
15.02
Mi
19:45-21:15 Uhr
22.02
Mi
19:45-21:15 Uhr
02.03
Do
19:45-21:15 Uhr
24.03
Fr
19:45-21:15 Uhr
Natalia Vorozhbyt: Die gebürtige Kiewerin, studierte am Maxim-Gorki-Literatur-Institut in Moskau. Ihre mittlerweile mehr als 15 Theaterstücke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und in Kiew, Moskau, London, New York, Riga, St. Petersburg und Warschau inszeniert. 2010 wurde sie Chefautorin der Fernsehserie »Schule«, die in Russland für sensationelle Einschaltquoten und heftige Diskussionen sorgte. Seit 2011 ist Vorozhbyt Kuratorin eines Festivals für moderne Dramatik in Kiew. 2014 wurde ihr Dokumentarstück »Die Tagebücher des Maidan« uraufgeführt. Gemeinsam mit Georg Genoux leitet sie das Neue Ukrainische Theater in Kiew. »Zerstörte Straßen« ist ein Auftragswerk des Royal Court Theatre in London und wurde 2017 uraufgeführt. Vorozhbyt lebt eigentlich in Kiew, zurzeit in Wien.
Natascha, 40 Jahre alt, Autorin, interviewt in einem Kiewer Café einen Soldaten, der im Donbas gegen Separatisten kämpft, und ihr anbietet, sie mit an die Front zu nehmen. Sie entscheidet sich, auf dieses Angebot einzugehen. Schon am Beginn der Fahrt muss sie sich eingestehen, dass sie sich in diesen fremden Kämpfer verliebt hat. Und je weiter sich die beiden von Kiew entfernen, je länger er von seinen Erlebnissen im Kampf um den Flughafen von Donezk erzählt, desto mehr taucht sie ein in eine Männerwelt, in der nur noch rudimentäre Spuren von Zivilisation zu finden sind. Ihre Recherchereise ist Albtraum und Liebesgeschichte zugleich und sie weiß, dass beides enden wird, wenn sie das Kriegsgebiet wieder verlässt.
Natalia Vorozhbyts Szenenfolge »Zerstörte Straßen« beschreibt in eindrucksvollen Bildern, wie der Krieg die Zivilgesellschaft aushöhlt, welche Auswirkungen die permanente Anwesenheit von Bedrohung und Gewalt, der tägliche Kampf ums Überleben auf das Zusammenleben hat. Wenn sich der dünne Firnis der Zivilisation auflöst, brechen schnell archaische, längst überwunden geglaubte Rollenbilder zwischen den Geschlechtern wieder hervor. Es dauert nicht lange, bis der Krieg auch in den intimsten Bereichen des Lebens Verwüstungen hinterlässt.