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Das Leben auf der Praça Roosevelt

Von Dea Loher

»Das Leben auf der Praça Roosevelt« ist durch einen einjährigen Aufenthalt der Autorin in Brasilien inspiriert, während dessen sie sich auch in São Paulo aufhielt. Der dortige Praça Roosevelt ist ein dreieckiger baumbestandener Platz, dominiert von einer Kirche, umgrenzt von einer Schnellstraße und tristen Hochhäusern. Eines jener städtebaulichen Mahnmale, die vom Glauben an Wohlstand und Wachstum künden, aber längst zur Heimat der sozial Abgehängten geworden ist. Dea Loher hat dem Ort und seinen Bewohner*innen ein literarisches Denkmal gesetzt. Hier leben Menschen jeglichen Alters, Hausfrauen und Dealer, Sekretärinnen und Prostituierte, ein Revolverfabrikant und ein Polizist. Loher lässt sie in kurzen Episoden aufeinandertreffen, erzählt von ihrem alltäglichen Überlebenskampf, aber vor allem auch von ihren Träumen. Diese Träume, wie auch die Armut, sind längst kein Phänomen der Praça Roosevelt mehr, sie sind globalisiert. Doch auf dem Platz zählt die Geschichte eines jeden einzelnen, die ihn bedeutsam macht. Dea Loher portraitiert die Bewohner*innen des Platzes nicht als Opfer der Globalisierung, sie erzählt von der Würde, die ihrem Leben inne wohnt.

Dea Loher
Die 1964 in Traunstein geborene Dea Loher studierte Germanistik und Philosophie in München und szenisches Schreiben bei Heiner Müller und Yaak Kasunke. Schon ihr erstes Stück »Olgas Traum« sorgte 1991 für Aufsehen bei der Uraufführung. Ihr dramatisches OEuvre umfasst nahezu 20 Werke, die fast alle in das Repertoire des zeitgenössischen Theaters eingegangen sind. Dass Lohers Stücke in über 15 Sprachen übersetzt wurden, zeigt, wie groß auch das internationale Interesse an dieser Dramatikerin ist. Dea Loher erhielt zahlreiche Preise, hatte die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik inne und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

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