Melchior, Otto, Wendla, Martha, Moritz und Ilse sind jung und mitten in der Pubertät dabei, das zu werden, was erwachsen genannt wird. Sie versuchen, sich zu orientieren, Wege zu finden, im Hormonchaos nicht unterzugehen, und vielleicht sogar eine lebenswerte Zukunft zu erreichen. Die Eltern und Lehrkräfte scheinen da keine besondere Hilfe zu sein. Zum einen, weil das sowieso noch nie in der Pubertät geholfen hat und Abnabelung ein Teil der Lebensphase ist, aber noch viel mehr deshalb, weil die Erwachsenen selbst mehr am Schwimmen in ihrer Lebenswirklichkeit sind, als dass sie gesicherte Positionen (inne) hätten. Die Welt ist erschüttert und mittendrin erforschen die sechs jungen Menschen ihre Sexualität und Lüste, ihre Ängste und Unsicherheiten, ihre Ziele und Wünsche – menschlich wie politisch. Und nicht alle schaffen es, an ein Ziel zu kommen. Der Québecer Autor David Paquet hat Frank Wedekinds Klassiker »Frühlings Erwachen« neu geschrieben. Bei ihm sind die Heranwachsenden und die Erwachsenen um sie herum im 21. Jahrhundert angekommen und können uns emotional berühren und auch zum Lachen bringen.
Pressestimmen
»Wunderbar komische und überraschende Szenen bietet Nehrlichs Inszenierung. Sie überzeugt mit einer guten Portion Witz, die das Drama dieser Heranwachsenden erträglicher macht. Mit einem guten Rhythmus führt der Regisseur durch das (...) Geschehen.«
Peter Krüger-Lenz, Göttinger Tageblatt, 15.6.2026
»In Alexander Nerlichs Inszenierung (Dramaturgie: Stephanie Wedekind) verläuft die Linie nun nicht zwischen der allmächtigen Erwachsenenwelt und der rebellierenden Jugend, sondern geht durch die Persönlichkeit jeder Altersstufe, spaltet sie, und manchmal steht die Welt sogar Kopf. Das spiegelt sich in herrlich kuriosen Zwei-Personen-Puppenspielen und vor allem im bizarren Bühnenbild (Heike Götze).«
Andreas Erdmann, HNA, 15.6.2026
»Nicht anbiedernd, aber natürlich, nicht besserwisserisch, sondern poetisch: „Immer Frühlings Erwachen“ ist nicht „Frühlings Erwachen“, sondern eine berührende, unterhaltsame und wunderbar gespielte Auseinandersetzung mit heutigem Erwachsenwerden.«
Marcel Lorenz, …und das Leben!, 19.6.2026
»Ein eindringliches Theaterstück, in dem die Probleme der Jugendlichen von heute mit viel Humor verpackt wurden. Mit großer Wucht und schillernden Rollen expliziert es die Frage, wie sie angesichts heutiger Krisen leben wollen.«
Vincent Sartorius, Scharfer Blick / Kritiker*inennclub, 25.6.2026