Jeeps

Komödie von Nora Abdel-Maksoud
dt.1
Premiere 01. Oktober 2022
Dauer 90 Minuten
Nora Abdel-Maksoud, geboren 1983 in München, studierte zunächst Schauspiel und arbeitet seit 2009 als freischaffende Schauspielerin, Dramatikerin und Regisseurin. 2017 wurde Abdel-Maksoud von Theater heute zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gewählt und mit dem Kurt-Hübner-Preis für Regie ausgezeichnet. Für ihr Stück »Café Populaire« erhielt sie 2019 den Hermann-Sudermann-Preis und wurde zum Schweizer Theatertreffen, zu Radikal jung und zu den Autorentheatertagen in Berlin eingeladen. »Jeeps« wurde 2021 in ihrer Regie an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt und ist für den Mülheimer Dramatikpreis 2022 nominiert.
In Deutschland wird umverteilt! Jährlich werden hier bis zu 400 Milliarden Euro vererbt, gleichzeitig ist jedes fünfte Kind von Armut betroffen. Eine neue Erbschaftsreform sorgt dafür, dass Immobilien, Geldbeträge und sonstige Güter per Losverfahren zugeteilt werden. Gleiches Los für alle! Die Ausführung der Reform liegt jedoch ausgerechnet am Ort der maximalen Tristesse – der Agentur für Arbeit. Dort treffen nun Hartz-4-Empfänger*innen auf enterbte Akademiker*innenkinder. Beide Gruppen werden gleichermaßen mit der verstockten, verklausulierten deutschen Bürokratie und dem Beamt*innentum konfrontiert. Die Autorin Nora Abdel-Maksoud lässt in ihrem dramatischen Sozialexperiment vier Figuren auf die ›Erbschaftslotterie‹ treffen, die sich einen sprühenden Schlagabtausch liefern. Die zwangsenterbte Jungunternehmerin und Start-Up-Gründerin Silke verbündet sich mit der Dauer-Hartz-4-Empfängerin und Amtskennerin Maude zu einem erpresserischen Duo! Die beiden Frauen drohen dem überkorrekten Amtsmitarbeiter Gabor seinen über Jahre ersparten und heiß geliebten Jeep in die Luft zu sprengen, wenn er nicht Gerechtigkeit walten lässt. Der vierte im Bund ist Armin, der nach Jahren auf dem Amt vermeintlich alle beruflichen wie sozialen Ideale aufgegeben hat. Doch hinter dessen zynisch-gleichgültiger Fassade verbirgt sich etwas, das die Handlung eine völlig unerwartete Wendung nehmen lässt.
Die Klassismussatire verhandelt bitterböse und gleichermaßen intelligent wie humorvoll die Strukturen sozialer Ungleichheit und Klassenunterschiede in unserer Gesellschaft und stellt entscheidende Fragen: Steht die eigene finanzielle Sicherheit vor gesellschaftlicher Solidarität? Wie fair verteilt sich das Vermögen in Deutschland? Sichern die Prinzipien der Leistungsgesellschaft die finanzielle Existenz?