Anfang und Ende des Anthropozäns

Komödie von Philipp Löhle
dt.1
Premiere 24. Februar 2024
Dauer 00 Minuten
24.02
Sa
19:45-19:45 Uhr
29.02
Do
19:45-19:45 Uhr
09.03
Sa
19:45-19:45 Uhr
15.03
Fr
19:45-19:45 Uhr
19.03
Di
19:45-19:45 Uhr
05.04
Fr
19:45-19:45 Uhr
12.04
Fr
19:45-19:45 Uhr
22.04
Mo
19:45-19:45 Uhr
22.05
Mi
19:45-19:45 Uhr
Der 1978 geborene Philipp Löhle begann schon während seines Studiums der Geschichte, Theater- und Medienwissenschaft und deutschen Literatur mit dem Schreiben von Theaterstücken. Diese erhielten etliche Preise und Nominierungen beim Heidelberger Stückemarkt und bei den Mülheimer Theatertagen. Außerdem war er Hausautor am Maxim Gorki Theater Berlin, Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Mainz und ist es aktuell am Staatstheater Nürnberg. Nach »Bombe!«, »Der Hund muss raus – ein Suchtstück« und »Die Verwandlung« ist dies seine vierte Arbeit am Deutschen Theater Göttingen.
Wir haben es geschafft! Ein neues Erdzeitalter ist angebrochen: Das Anthropozän. Die finstere Zeit des Holozäns, in der die Entwicklung unseres Planeten und unserer Zivilisation vom Klimawandel der Zwischeneiszeit bestimmt wurde, ist Vergangenheit. Klimawandel können wir nun selbst und damit liegt das Schicksal der Erde und der Menschheit in unseren eigenen Händen. Der Mensch triumphiert endgültig über die Natur. Ob das beiden wirklich guttut, ist allerdings die Frage.
Die Bilanz jedenfalls ist nicht ermutigend. In den knapp 300.000 Jahren, die der Homo sapiens die Erde bevölkert, hat er sie ziemlich abgewirtschaftet. Die Temperaturen steigen, die Meere versauern, der Planet ist plastikvermüllt und versteppt. Zugegebenermaßen hat diese Entwicklung erst in den letzten 200 Jahren so richtig an Fahrt aufgenommen, aber nun führt sie direkt in die Katastrophe und nur der Mensch kann sie noch stoppen. Der weiß zwar um seine Verantwortung, verharrt aber ungerührt im Weiter so und wird zum Wegbereiter des eigenen Untergangs.
Philipp Löhles absurde Komödie untersucht, wie es denn um die Spezies Mensch, auf die es jetzt ankommt so bestellt ist. Sie wirft einen Blick in die Zukunft, in der die die Menschheit das selbstständige Denken an ein digitales Endgerät delegiert hat und der Verblödung anheimfällt. Ein letzter Versuch, dem menschlichen Genpool durch Züchtung wieder Intelligenz einzuschreiben, scheitert an der gegenseitigen Abneigung des Paares und fehlendem Wissen über den Liebesakt. Ob die Fähigkeit ein Kochrezept zu lesen und die Fähigkeit, einfache Probleme durch Zuhilfenahme eines Werkzeugs zu lösen, wirklich ausgereicht hätte, den IQ der Spezies langfristig zu heben, sei dahingestellt.
Da gibt es die Geschichte eines Mannes, dessen Versuch scheitert, die Verheißungen des Kapitalismus Wirklichkeit werden zu lassen. Stattdessen sucht er Empathie und Erlösung bei einem Naturvolk Ozeaniens, das jeden Kontakt mit der Moderne verweigert.
Und da gibt es die Wissenschaftlerin Swantje Plunder, die Atomenergie für das richtige Mittel hält, saubere Energie zu produzieren. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten konstruiert sie gewaltige Raketen, um den anfallenden Atommüll im Weltall zu entsorgen.
Philipp Löhle hat diese Geschichten kunstvoll miteinander verwoben, wo eine zu enden scheint, wird die andere fortgesetzt. Ein nimmer endende Erzählung von der Hybris des Menschen.