Leben in der Leistungsgesellschaft, das bedeutet: höher, schneller, weiter – als andere. Das Sozialsystem ist dabei nur hinderlich und stört die maximale individuelle Freiheit, sprich: den Turbokapitalismus. Der Markt regelt das schon. So denkt auch Lütje Wesel, ein ehrgeiziger Lokalpolitiker für eine dem Neoliberalismus nahestehende Partei, der es sich auf der Hochzeits-Insel Sylt so richtig schön gemacht hat. Lütje weiß einfach: Politik ist ein Marathon, kein Sprint. Doch dann bricht Lütje am Vorabend seines Wahlkampfabschlusses zusammen – sein Körper will einfach nicht mehr, wie er soll. Sein Team bringt ihn auf schnellstem Weg in eine ominöse Privatklinik, die ihn binnen 24 Stunden kurieren soll, im Zweifelsfall mit Doping, klar. Doch wie geht es dem Befürworter eines schlanken Sozialstaats, wenn er selbst auf Unterstützung angewiesen ist? Nora Abdel-Maksoud, vielfach preisgekrönt für ihre knallharten Komödien im Zeichen des gesellschaftspolitischen Wahnsinns, erlangte zuletzt Aufmerksamkeit mit den Stücken »Jeeps« und »Rabatt«. Nun gelang ihr mit »Doping« der Spagat zwischen schwarzer Komödie und ernsten Themen wie Krankheit und Körper im Kapitalismus.
Pressestimmen
»Eine wilde Komödie, die man gesehen haben sollte, intelligent und sehr witzig.«
Peter Krüger-Lenz, Göttinger Tageblatt, 27.04.2026
»Nach »Doping« könnte man süchtig werden. Und jedes Mal würde man vermutlich neue schräge Details entdecken. In gut anderthalb Stunden Spielzeit ohne Pause ist keine Sekunde ungefüllt geblieben.«
Ute Lawrenz, HNA, 26.04.2026
»Die stimmige Besetzung schafft es, die Zuschauenden zu fesseln und gleichzeitig an den richtigen Stellen zum Hinterfragen einzuladen. Hervorzuheben ist Agnes Mann, die der Rolle der Gesine eine so flüssige und mitnehmende Charakterentwicklung mitgibt. Es macht großen Spaß und beeindruckt, wie Frau Mann es schafft, mit ihrem nonverbalen Ausdruck das Bild der Gesine über das Stück hinweg zu verändern.«
Jonas Wiemann, Scharfer Blick / Kritiker*innenclub, 7.5.2026
»Das Ensemble präsentiert sich in Schirin Khodadadians inspirierender Inszenierung als hervorragend eingespieltes Team, das sich mit sichtbarer Spielfreude jeder noch so albernen Situation hingibt.«
Felicitas Klingler, Scharfer Blick / Kritiker*innenclub, 7.5.2026