Multiple Krisen und gewaltsame Umsturzszenarien haben die Regierung von Richard II. vorzeitig beendet. Heinrich regiert nun als Quasi-König mit seinen Gefolgsleuten das Land. Doch der selbsternannte Autokrat ist alt und krank und folglich auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Sein leiblicher Sohn Harri zeigte bisher kein Interesse an seinem Vater. Der Hitzkopf Henry Percy wäre nur zweite Wahl. Aber immerhin erweist dieser sich als Nachwuchshoffnung der politischen Bewegung in der Provinz. In Frau Flotts Container-Club laufen die Geschäfte währenddessen ausgesprochen gut: Dort verbringt John Falstaff mit seinem neuen Freund Harri viele rauschhafte Nächte voller scharfzüngiger Plaudereien und maßlosem Bierkonsum. Als Harri jedoch aus dem Haus der Macht die Nachfolge Heinrichs angetragen wird, stellt das nicht nur die Zukunft des Staates in Frage, sondern bringt auch Johns Beziehung zu Harri ins Wanken. Sprachgewaltig und mit widerständigem derb-komischem Witz übersetzt der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer Shakespeares Königsdrama »King Henry IV« in die Gegenwart erodierender Demokratien. Der Antiheld Falstaff geht mit überbordender Lebenslust, trockenem Humor und großem Herz durchs Leben, hinterfragt gesellschaftliche Konventionen und zeigt sich unbeeindruckt von politischer Macht und Geld. Trotz toxischer Zeiten setzt er all seine Hoffnung in die Menschen – das macht ihn für Palmetshofer zu einem wahrhaft Heiligen.
Pressestimmen
»Shakespeares »Heinrich IV« mit viel Sprachgewalt und Witz in unsere Gegenwart übertragen - das ist »Sankt Falstaff« von Ewald Palmetshofer am Deutschen Theater Göttingen.«
Ute Lawrenz, HNA, 7.4.2026
»Schauspielspaß, Inszenierungspräzision und kluge Gedanken garantiert. Das Premierenpublikum feierte die Produktion euphorisch.«
Peter Krüger-Lenz, Göttinger Tageblatt, 03.04.2026
»Sprache, Körper und Raum drängen sich gleichermaßen auf, greifen ineinander und erzeugen eine dichte (...) Atmosphäre. Was folgt, ist kein klassisches Nacherzählen eines bekannten Stoffes, sondern eine Verdichtung von Bewegung, von Klang, von Zuständen.«
Irina Lefevre, Litlog, 13.4.2026
»Was an diesem Abend spürbar war, ist eine Vertrautheut untereinander, ein gemeinsamer Atemzug, der sich unmittelbar auf das Publikum überträgt, ohne dass man genau benennen könnte, woher er kommt.«
Jens Wortmann, Kulturbüro, 03.04.2026
»Insgesamt begleiten die Kostüme die Handlungsstränge, Kontexte und Charakterentwicklungen in feinen, sich verändernden Details, die für das Publikum zu einer Leitlinie im komplexen Geschehen werden.«
Vincent Sartorius und Sarah Semmelroggen-Tumm, Scharfer Blick/Kritiker*innenclub, 12.04.2026